Zukunftsgestalter gefragt

Krelinger Bauerntag: hohes Veränderungstempo in der Landwirtschaft

Heidekreis. „Landwirtschaft zwischen Zeitgeist und Zukunft“ lautete das Motto des 30. Krelinger Bauerntages, der am vergangenen Sonnabend im GRZ (Geistliches Rüstzentrum) Krelingen stattfand. Der Leiter des Bauerntags-Vorbereitungskreises, Studiendirektor a.D. Albert Rathjen (Bremervörde) sagte vor den rund 100 Besuchern, Erfolg beginne im Kopf. Von daher brauche es „Zukunftsgestalter, die das Richtige im Kopf haben“, so Rathjen. Die „Unübersichtlichkeit“ der Veränderungen in der Landwirtschaft produziere aber bei vielen Landwirtinnen und Landwirten Ängste.
Rathjen dankte dem GRZ Krelingen, dass es seit 30 Jahren den Bauerntag durchführe. Der Tag solle auch weiterhin ein „agrarpolitisches Forum“ sein. In einer Podiumsdiskussion sagte Ilse-Marie Schröder (Bittstedt bei Rotenburg/W.), in der Gesellschaft wollten die meisten den Fortschritt, nur die Landwirtschaft solle noch „wie vor 50 Jahren arbeiten“. Es gäbe aber kein Konzept, wie das ökonomisch funktionieren könne. Der Leiter des GRZ Krelingen, Pastor Martin Westerheide, vertrat in der Diskussion die Ansicht, angesichts eines „hohen Veränderungstempos“ müssten Pastoren ein Ohr für die Sorgen und Nöte der Landwirte haben und die „Nähe zu den Menschen“ suchen.
Der Staatssekretär im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Rainer Beckedorf, sagte, moderne Landwirtschaft müsse dem „Ziel der Nachhaltigkeit“ gerecht werden. Dies sei aber nur gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten umzusetzen. Die konsequente Umsetzung der Düngeverordnung trage dazu bei. Tierschutz, Videoüberwachung in Schlachthöfen, Ferkelkastration, Dürrehilfe, Digitalisierung, Wirtschaftlichkeit, Naturschutz, der Kampf um eine stärkere Akzeptanz in der Gesellschaft – viele Themen, die Landwirte vor große Herausforderungen stellen. Es gäbe „viel Arbeit“ für die Gestaltung der Zukunft der Landwirtschaft, so Beckedorf. „Lassen Sie es uns gemeinsam versuchen.“