78.000 Euro LEADER-Mittel fließen

Noch braucht man viel Fantasie, um sich auf dieser Wildwuchs-Wiese einen Natur-Erlebnispark mit BMX-Bahn und allem, was dazugehört, vorstellen zu können. Samtgemeindedirektor Björn Gehrs (von rechts), Joachim Plesse und Thomas Kliemann vom Gemeinderat Buchholz und Oliver Beesch aus der Samtgemeindeverwaltung präsentieren die Pläne. Der Architekt ist beauftragt. Foto: A. Wiese

Arbeiten für Natur-Erlebnispark in Buchholz können demnächst beginnen

Buchholz (awi). Mit einer guten Nachricht ist Schwarmstedts Samtgemeindedirektor Björn Gehrs von der jüngsten LEADER-Sitzung zurückgekehrt: Der Antrag auf 78.000 Euro LEADER-Fördermittel für den „Natur-Erlebnispark als Mehrgenerationentreffpunkt in Buchholz (Aller)“ ist genehmigt. Die Samtgemeinde wartet jetzt noch auf das formelle Okay des Landesamtes in Verden /ehemaliges Amt für regionale Landesentwicklung). Dann können die Bauarbeiten auf der Wiese am Alten Schulweg in Buchholz noch in diesem Jahr beginnen.
140.000 Euro ohne den Grunderwerb sind für den Bau des Erlebnisspielplatzes veranschlagt. Dass jetzt mehr als Hälfte davon als Fördermittel fließen, ist eine wichtige Voraussetzung. „Und darum konnten wir auch noch nicht anfangen, denn das ist eine Bedingung für die Genehmigung der Mittel: Es darf noch nicht begonnen werden“, erklärte am Donnerstag Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs bei einem gemeinsamen Termin mit Ortsbürgermeister Thomas Kliemann und seinem Stellvertreter Joachim Plesse vor Ort. SPD und CDU in der Gemeinde Buchholz hatten für den Erlebnisspielplatz in ihrem Dorf an einem Strang gezogen, nachdem Eltern die Idee in den Raum gestellt und sich dafür engagiert hatten. Ein geeignetes Grundstück fand sich mit der Wiese am Alten Schulweg, über den der Spielplatz auch erschlossen wird. Geklärt werden müsse jetzt noch die Frage mit dem Wasseranschluss, erklärte Oliver Beesch aus der Verwaltung. Kann die Gemeinde den Brunnenanschluss auf dem Gelände nutzen oder muss sie einen eigenen Trinkwasseranschluss legen? Das würde die Baukosten um einiges verteuern. Doch was ist überhaupt geplant? Mitten im „alten Dorf“ von Buchholzbesitzt die Gemeinde an der Straße „Alter Schulweg“ ein 1.787 Quadratmeter großes unbebautes Areal, das zu einem naturnahen Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene umgestaltet werden soll. Das Gelände ist umgeben von zum Teil landwirtschaftlich genutzten Freiflächen wie Äckern und Wiesen sowie Hecken, Büschen und alten Bäumen. In fußläufiger Verbindung liegen die Grundschule, die Kindertagesstätte sowie das Dorfgemeinschaftshaus mit Sporthalle. Ebenso existiert in Buchholz ein „Waldkindergarten“.Im Einzugsbereich von rund zehn Kilometern befinden sich weitere fünf Kindertagesstätten, drei Grundschulen, die Kooperative Gesamtschule und die Schule für Lernhilfe. In dem Natur-Erlebnispark als Spiel- und Wissenspark mit Mitmachangeboten soll umweltpädagogisches Wissen spielerisch weitergeben werden: Verhalten in der Natur und Umwelt, Umweltverschmutzung, Pflege von Pflanzen, Sträuchern und Bäumen, Insektensterben.
Die Nutzung ist für die ortsansässigen wie auch die umliegenden Schulen und Kindertagesstätten geeignet und ausdrücklich erwünscht. Ein naturnaher Erlebnispark definiert sich durch die Natur als Umgebung (Wiese, Erde, Bäume, Büsche und Sträucher) sowie die überwiegende Verwendung natürlicher Materialien als Baustoffe.Den Grundprinzipien einer naturnahen Gestaltung folgend, soll das Gelände durch Hügel strukturiert und mit robusten heimischen Büschen, insbesondere Holunder, Sal- oder Korbweide, Haselnuss und Hainbuche, bepflanzt werden, so dass Spiel- und Erlebnisräume für unterschiedliche Bedürfnisse wie wildes Spiel, Rückzug, Bauen und Konstruieren entstehen und dadurch Konflikte durch Überschneidungen vermieden werden. Außerdem haben die Nutzer auf diese Weise Entdeckungsmöglichkeiten, und der Platz wäre für Rollenspiele, Verstecken und Fangen und damit längeres Spiel ideal.
Büsche sollen in Gruppen gepflanzt werden, so dass sie als sogenannte „Behausungsspiele“ von den Nutzern verwendet werden können. Durch die Auswahl robus-ter Büsche ist gewährleistet, dass sie ein starkes Bespielen vertragen.Als Holz für die Spielgeräte soll Robinie verwendet werden. Es ist das härteste europäische Nutzholz und darf ohne chemischen Holzschutz direkt in der Erde verbaut werden. Zudem ist die krumme Wuchsform ideal für fantasieanregende Spielgeräte.
Der naturnahe Erlebnispark fügt sich harmonisch in den ländlich geprägten Ort mit altem Baum- und Gebäudebestand ein. Auf dem Gelände können Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern zusammen kreativ werden und auch selbsterdachte Spiele und Aufenthaltsbereiche schaffen.
Folgende Erlebnismöglichkeiten sind im Konzept vorgesehen: Sandflächen (größere für Arbeitsspiele und kleinere, abgedeckte Ecken für ruhiges Spiel), Arbeitsspielmöglichkeit im Sand, vorzugsweise mit Kette und Eimer an einem Baumstamm, Wasserspiel mit Pumpe, vorzugsweise am Hang, mit Spielmaterialien wie Erde und Steinen zum Gestalten, Konstruieren, Entdecken physikalischer Zusammenhänge, Bewegungsbaustelle aus Baumscheiben, Wurzeln, Brettern, Ytongsteinen, Wegespiele aus Baumstämmen, Steinen, Baumstumpen, Balanciermöglichkeiten, Klettermöglichkeiten wie Kletterfels aus Spritzbeton und Steine mit Baumstämmen. Geplant ist auch eine Rutsche mit natürlichem Aufgang am Hang mit Steinen und Büschen, Schaukelmöglichkeiten am Baum und eine Hängematte sowie ein Sitzbereich aus Steinen, die auch als Wegespiel genutzt werden können. Ein Highligt wird eine hügelige Strecke (Pumptrack), die mit Fahrrädern, Laufrädern oder rennend bespielt werden kann. Hier können sich auch die älteren Kinder ausprobieren, die im Ort mit BMX-Rädern unterwegs sind.