Ältere Menschen im Blick

Auch der Kirchenchor Gilten brachte sich beim Gebetsnachmittag ein.

Gut besuchter Gebetsnachmittag im Dorotheenhof

Schwarmstedt. „Mensch, du wirst alt“, lautete das Motto des Gebetsnachmittags, der im Rahmen der Gebetswoche der Evangelischen Allianz am vergangenen Freitag im Schwarmstedter Seniorenpflegeheim Dorotheenhof stattfand. Die Veranstalter, die Evangelische Allianz im Kirchenkreis Walsrode und der Dorotheenhof, freuten sich über einen unerwartet großen Zuspruch: Über 80 Heimbewohner und Besucher aus anderen Orten nahmen am Allianz-Gebetsnachmittag teil. Nach der Begrüßung durch Pastor Jörn Kremeike (Schwarmstedt) erläuterte Heimleiter Bernd Woithe die Situation vor allem der Pflegekräfte. Es sei ein „toller Beruf“, in dem man Menschen auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens helfen und begleiten könne. Allerdings befänden sich die Pflegekräfte oft auf einer Gratwanderung. „Wir möchten den Menschen viel mehr geben, als wir können“, so Woithe. Durch viele Aufgaben neben der Pflege seien die Ressourcen begrenzt und die Mitarbeiter oft überfordert. Die durchschnittliche Verweildauer im Pflegeberuf betrage nur vier bis fünf Jahre. Häufige Personalwechsel und Personalmangel seien die Folge der hohen Anforderungen.
Der Schwarmstedter Heimleiter appellierte an Gesellschaft und Politik, bessere Rahmenbedingungen vor allem für junge Menschen, die den Pflegeberuf ergreifen wollten, zu schaffen und auch die Alten mehr im Blick zu haben. „Was ist uns als Gesellschaft der alte Mensch wert?“, so Woithe. Sie hätten schließlich dieses Land mit aufgebaut und zum Wohlstand beigetragen. Friedrich Lühmann, der ehrenamtlich die Bewohner des Dorotheenhofs begleitet, berichtete von Erfahrungen mit dem Gebet. Vor allem Psalm 23 und das Vaterunser seien für viele in der letzten Lebensphase Trost und Hilfe. Auf das Miteinander der Generationen ging Pastor Bernd Piorunek (Düshorn) ein. Alte und Junge könnten voneinander profitieren: Die Jungen von der Weisheit und Erfahrung der Älteren und diese von der „Frische“ der Jugend. In einem Gebetsteil, der von Jörn Kremeike und Miriam Tresp, Mitarbeiterin im Dorotheenhof, gestaltet wurde, ging es um die Situation von Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern. Den Gebetsnachmittag rundete der Kirchenchor Gilten mit gekonnt vorgetragenen Liedern ab.