Aktionsbündnis gegen Erdgasbohren im Heidekreis besucht den Bundestag in Berlin

Die Teilnehmer vom Aktionsbündnis gegen Erdgasbohrungen in Berlin. Foto: Daphne Lüderitz
Berlin. Kürzlich reiste eine Gruppe von zehn aktiven Leuten klimaneutral mit der Bahn nach Berlin, dem Aufruf folgend, man könne am „Tag der Ein- und Ausblicke“ mit Abgeordneten des Bundestages in ein persönliches Gespräch kommen und seine Anliegen vortragen.
Dort angekommen machte sich die Gruppe sofort auf den Weg zum Petitionsausschuss, der auch als „Anwalt der Bürger“ bezeichnet wird. Sie übergaben die 14.200 in Handsammlung gesammelten Unterschriften gegen die geplanten Erdgasbohrungen im Heidekreis und ließen sich von einem Petitionsausschussmitglied beraten, wie eine Petition verfasst wird.
Danach nahmen sie unter anderem an der Podiumsdiskussion „Energiepolitik und Energiewende“ mit verschiedensten Abgeordneten aller Fraktionen des Deutschen Bundestages teil. Anschließend begaben sich die Teilnehmer auf die Fraktionsebene oberhalb des Plenarsaals, um mit Abgeordneten aller Fraktionen über den Protest zu sprechen und die Forderungen zu übermitteln. Aufgrund zahlreicher Schadensereignisse der Erdöl- und Erdgasindustrie in jüngster Vergangenheit fordern sie, dass die heimische Erdöl- und Erdgasindustrie nicht weiter ausgeweitet und der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen schneller als beschlossen vollzogen wird. Außerdem müsse eine, nicht dem Landesbergamt unterstellte Kontrollbehörde geschaffen werden, die bestehende Förderstellen, Deponien und Verpressplätze jährlich auf ihre Sicherheit und Funktion überprüft und die so gewonnenen Messdaten von Wasser-, Luft- und Bodenproben der Öffentlichkeit zugänglich macht.
Damit die Gesundheit der Menschen und nicht der größtmögliche Profit der Unternehmen im Vordergrund stehe, fordet das Aktionsbündnis zudem, dass eine allgemeine Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung bei Erdgas- und Erdölförderprojekten eingeführt wird. Wir hatten den Eindruck, bei den Abgeordneten auf offene Ohren zu stoßen.
Nachlese des Tages: Die Teilnehmer haben einige sehr vielversprechende und gute Gespräche mit einzelnen Abgeordneten des Bundestages geführt und darüber hinaus Empfehlungen erhalten, wie sie als Aktionsbündnis weiter verfahren sollen und so den Forderungen Nachdruck verleihen. Mit dem Gefühl bei einigen Politikern Eindruck hinterlassen zu haben, traten sie etwas erschöpft, aber zufrieden am Abend die Heimreise an.