Aller soll von oben herab gestuft werden

Der Buchholzer Bürgermeister Björn Gehrs wendet sich gegen die von oben geplante Herabstufung der Aller zu einer Restwasserstrasse.

Bürgermeister Björn Gehrs ist verärgert

Buchholz. Ohne Beteiligung der betroffenen Kommunen und der Bevölkerung plant der Bund gravierende Änderungen. Die Aller soll zu einer Restwasserstrasse herabgestuft werden. Hiergegen wendet sich der SPD-Kommunalpolitiker und Buchholzer Bürgermeister Björn Gehrs. Die Einstufung als Restwasserstrasse stellt die unterste Stufe von sieben vorgesehen Kategorien dar, in denen der Bund künftig Flüsse einteilt. Dies bedeutet die Aufgabe der Verkehrsfunktion – mit Folgen für den Tourismus nicht nur im Aller-Leine-Tal. Zudem wird nach Möglichkeit eine Renaturierung des Flusses angestrebt, obwohl erst vor fünf Jahren
mit Millionenaufwand eine neues Wehr in Marklendorf gebaut wurde und das Wasserkraftwerk auf eine fließende Aller angewiesen ist. Zudem gab es bereits in den 1990er-Jahren eine Diskussion über eine Renaturierung der Aller. Damals war dies mit Vorschlägen für eine Staulegung verbunden. Zu Recht wehrten sich damals große Teile der Bevölkerung hiergegen, weil ein Absinken des Grundwasserspiegels große Auswirkungen für Bäume, Pflanzen, Landwirtschaft und vorallem den Charakter unserer Landschaft gehabt hätte. Auch die Eigentümerverpflichtung des Bundes würde bei einer Einstufung als Restwasserstrasse auf Dritte übertragen werden. Dies weckt Befürchtungen, dass letztllich doch Anlieger und Kommunen mit neuen Aufgaben belastet werden und bisher vorhandene Ansprechpartner des Wasser- und Schiffahrtsamtes vor Ort wegfallen. „Besonders ärgert mich, dass wir als Betroffene nicht in die Überlegungen und Planungen des Bundes einbezogen werden. Es gibt jetzt Meldungen von Listen in denen diese Herabstufung vorgeschlagen wird, ohne dass vorher eine Anhörung der Gemeinden oder Bevölkerung stattfand. So lassen wir nicht mit uns nicht umgehen“ , macht Björn Gehrs deutlich. Gemeinsam mit seinem
Rethemer Ratskollegen Peter Rabe plant er nun den Protest in den von der Herabstufung betroffenen Gemeinden zu bündeln und ein gemeinsames Vorgehen zu erreichen. Bereits vor mehr als zwanzig Jahren waren Gehrs und Rabe als Team für die Aller erfolgreich. Als 1990 der Bund Panzertrassen in die Allermarsch bauen wollte, stoppte der von beiden und weiteren Mitstreitern organisierte Bürgerprotest das Vorhaben.