„allerauto“ feiert dritten Geburtstag

Fahrschulinhaber Artur Minke und Jörg Zöllner bei der Übergabe der Gutscheine für das allerauto. Der Gutschein gilt zwölf Monate nach Ausstellung des Führerscheines. (Foto: V. Zöllner)

Gutscheinaktion für Fahranfänger als Präsent

Schwarmstedt. Vor drei Jahren, also im Herbst 2018, hat das allerauto seinen Betrieb mit Stationen in Dörverden-Westen und Schwarmstedt mit je zwei Fahrzeugen aufgenommen. Seitdem ist die Nutzung des eCarsharing auf dem Land kontinuierlich angewachsen, Privatpersonen, darunter viele Familien, Vereine und Unternehmen machen regen Gebrauch von dem Angebot: Mittlerweile sind es pro Standort etwa 70 Mitglieder, die die Elektroautos im Schnitt für etwa 130 Stunden pro Monat buchen. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, wurde Anfang des Jahres das dritte Auto für den Standort Westen angeschafft: Das neue Fahrzeug hat einen größeren Akku, wodurch eine Reichweite von bis zu 400 Kilometer erzielt werden kann.
Mitbegründer Fabian Lohmann: „Die gute Nutzung lässt sich auch gut an den zurückgelegten Kilometern ablesen, die Fahrzeuge haben gemeinsam mehr als 300.000 km zurückgelegt. Durch den Antrieb mit Ökostrom wurde dabei viel CO2 eingespart.“
In Schwarmstedt ist die Nutzung aufgrund des etwas anderen Nutzerprofiles coronabedingt teilweise deutlich zurückgegangen. Viele Fahranlässe sind entfallen, weil Besuche nicht möglich waren, Veranstaltungen ausfielen und Einrichtungen geschlossen waren. Anlässlich des dritte Jubiläums gibt es eine Gutschein-Aktion für Fahranfänger und Fahranfängerinnen. Wer sich innerhalb eines Jahres nach Erhalt der Fahrerlaubnis beim allerauto anmeldet, bekommt Mobilität im Wert von 80 Euro geschenkt. Dies umfasst die Anmeldegebühr, sechs Buchungsstunden und die Monatsbeiträge für ein halbes Jahr.
Dabei lautet der Slogan „Nutzen statt besitzen“: Junge Menschen legen weniger Wert auf ein Auto als Statussymbol und sind somit offener sind gegenüber dem Carsharing. Durch die Aktion will das allerauto Führerscheinneulinge einladen, das Angebot zu testen und sich von der Verlässlichkeit und dem Komfort zu überzeugen. Während die wahren Kosten für ein eigenes Auto in aller Regel unterschätzt werden, zahlt man beim Carsharing ganz transparent nur für die tatsächliche Nutzung. In Schwarmstedt übergab Aufsichtsratsmitglied Jörg Zöllner erste Exemplare der Gutscheine an die örtlichen Fahrschulen Flegel und Minke. Ab sofort gibt es mit dem Führerschein auch den Gutschein zur sofortigen Einlösung. Hierzu ist ein einfacher Nutzungsvertrag abzuschließen.
Um das eCarsharing zu nutzen, bedarf es aber keiner Mitgliedschaft bei der Träger-Genossenschaft. Es gibt neben der Aufnahmegebühr von 30 € einen monatlichen Beitrag von fünf Euro. Die Nutzung der Fahrzeuge wird auf Stundenbasis abgerechnet, für fünf Euro die Stunde sind Kilometer und das Nachladen an der allerauto-Säule inbegriffen. Buchungen von zehn bis 24 Stunden werden mit 50 Euro abgerechnet, zudem gibt es besondere Angebote für Familien, Vereine und Verbände, also Gruppen mit mehreren Nutzern. Mehr Informationen finden sich auf der Webseite allerauto.de. Für eine Kontaktaufnahme für die Autos in Schwarmstedt kann die eMailadresse Schwarmstedt@allerauto.de genutzt werden.
„Das allerauto ist eine wahre Bereicherung für das Leben auf dem Dorf. Wir haben als vierköpfige Familie unser Auto vor zwei Jahren abgeschafft und sind dank dem allerauto weiterhin mobil, ohne auf die Busverbindungen angewiesen zu sein.“ so Anna Börner, eine Nutzerin der ersten Stunde in Westen.Das allerauto ist ein Projekt der Regional- und Energiegenossenschaft Aller-Leine-Weser eG. Die Genossenschaft erhielt für den Kauf des Fahrzeugs und der Ladeinfrastruktur Förderungen aus den LEADER-Mitteln der Europäischen Union und dem Förderprogramm „Elektromobilität vor Ort“ des Bundes. Das Projekt sucht noch Werbepartner, bei Interesse gern Kontakt mit der Genossenschaft aufnehmen. Neben dem eCarsharing verfolgt die Genossenschaft weitere Projekte, um die Erneuerbaren Energien in der Region zu stärken. Dieses Jahr wird eine Machbarkeitsstudie zu einem Nahwärmenetz in Westen erstellt, daneben gibt es Ideen, Photovoltaik (PV) auf Ackerflächen gemeinsam mit der landwirtschaftlichen Nutzung zu testen sowie die weitere Suche nach größeren Dachflächen für die Installation von PV-Anlagen.