Antrag der Grünen Landtagsfraktion

„Mehr Sachlichkeit im Umgang mit dem Wolf – Weidetierhaltung wirksam fördern und unterstützen“

Heidekreis. Im nächsten Umweltausschuss des Landtages soll der Entschließungsantrag „Mehr Sachlichkeit im Umgang mit dem Wolf – Weidetierhaltung wirksam fördern und unterstützen“ der Grünen Landtagsfraktion beraten werden soll.
Auch für die Grünen im Heidekreis ist der Schutz der Menschen und ihrer Nutztiere oberstes Gebot. Der Entschließungsantrag hat das Ziel, ein geregeltes Miteinander zu finden und zu fördern. Ein wesentlicher Kernpunkt ist die Stärkung der Weidetierhalter: Förderung der ökologisch wertvollen Weidetierhaltung mit einer Weideprämie; Förderung von Herdenschutz-Maßnahmen auf 100 Prozent erhöhen; Entschädigungsverfahren bei Nutztierrissen vereinfachen; Hobbyhalter unterstützen, die erstmals von einem Riss betroffen sind, auch wenn noch kein Herdenschutz vorhanden war; Herdenschutzteam aufbauen, Pilotprojekte für Herdenschutz an der Küste. Grundsätzlich ist die Rückkehr des Wolfes ein großer Erfolg für den Naturschutz. Wölfe sind über das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) und die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union streng geschützt. In Deutschland wird der Schutz über das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) umgesetzt. Eine Übernahme ins Jagdrecht, wie sie oft laut gefordert wird, würde am strengen Schutzstatus nichts ändern, der Wolf müsste mit einer ganzjährigen Schonzeit belegt werden.
In Niedersachsen ist die Landesjägerschaft mit dem Wolfsmonitoring beauftragt: Demnach gibt es zurzeit circa 200 Wölfe in Niedersachsen. Für mehrere der aufgeführten Rudel gibt es jedoch keine aktuellen Nachweise mehr, zum Beispiel wurden mehrere Tiere aus dem Cuxhavener Rudel durch illegale Abschüsse und Verkehrsunfälle getötet. Obwohl dort nur noch ein Einzeltier nachgewiesen ist, wird das Cuxhavener Rudel beim Wolfsmonitoring weiterhin als eines von 22 Rudeln aufgeführt. Ein exponentielles Wachstum der Wolfspopulation von 30 Prozent pro Jahr, vor dem einige Wolfsgegner warnen, ist ökologisch ausgeschlossen. Wölfe beanspruchen große Territorien und es gibt Hinweise, dass sich das Wachstum der Population bereits verlangsamt. In Sachsen-Anhalt war es die letzten fünf Jahre zum Beispiel unter zehn Prozent. Der gute Erhaltungszustand ist bislang nicht erreicht. Die größten Gefahren für Wölfe sind der Autoverkehr und die illegalen Abschüsse. Allein in Niedersachsen wurden seit 2015 mindestens 42 Wölfe so getötet.
Die Grünen im Landkreis Heidekreis fordern von der Landesregierung ebenfalls eine schnelle und großzügige Regelung des Zusammenlebends mit dem Wolf und eine Versachlichung der Diskussion.