Aufnahme von Flüchtlingen thematisiert

Volker Braumann (links) leitet die Sitzung des Jugend-, Sport-, Kultur- und Sozialausschusses im Uhle-Hof. Foto: B. Stache

Jugend-, Sport-, Kultur- und Sozialausschuss gibt Helfern ein Gehör

Schwarmstedt (st). Bestimmendes Thema während der Sitzung des Jugend-, Sport-, Kultur- und Sozialausschusses am Donnerstagnachmittag im Uhle-Hof war die Situation der Flüchtlinge und Asylbewerber in der Samtgemeinde Schwarmstedt. Der Ausschussvorsitzende Volker Braumann begrüßte im Beisein des Samtgemeindebürgermeisters Björn Gehrs zahlreiche Vertreter von Einrichtungen und ehrenamtlichen Organisationen, die sich um diese hilfsbedürftigen Personen kümmern. Zu der Thematik hatte die SPD-Samtgemeindefraktion einen Antrag eingebracht, den deren Vorsitzender Jürgen Hildebrandt noch einmal vorstellte. „Die Sitzung soll dazu dienen, den Ist-Stand in der Samtgemeinde Schwarmstedt in den Bereichen Unterbringung, Betreuung und Integration festzustellen, aber insbesondere nach Lösungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation zu suchen. Dazu ist es erforderlich, dass alle Beteiligten die Möglichkeit erhalten, an dieser Bestandsaufnahme teilzuhaben, um ihre Erfahrungen, sowohl im positiven wie auch negativen Sinne, einzubringen. Ferner ist es aber auch wichtig, dass die breite Öffentlichkeit informiert und mitgenommen wird. Jede Idee, Anregung oder Hilfe wird gebraucht und verbessert die Situation“, heißt es in dem SPD-Papier. Sehr offen und informativ berichteten anschließend die eingeladenen Vertreter der verschiedenen Organisationen über ihre Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern. So reiche die Unterstützung der Hilfsbedürftigen beispielsweise von Behördengängen bis zu Arztbesuchen. „Es sind aber auch die vielen Kleinigkeiten“, erklärte Gisela Seidel, erste Vorsitzende des Diakonieausschusses der evangelischen Kirchengemeinde St. Laurentius zu Schwarmstedt. Die Leiterin der Schwarmstedter Grundschule, Petra Keil, berichtete über Probleme mit dem Sprachenmix bei den zu betreuenden Flüchtlingskindern. „Die Kinder verstehen sich untereinander nicht und auch wir verstehen sie nicht. Wir sind mit der Situation sehr unglücklich“, so die Pädagogin. Oliver Beesch vom Fachbereich Bürgerdienste der Samtgemeinde äußerte sich zur Unterbringung der Flüchtlinge. „Die Flüchtlingsfamilien werden momentan überwiegend zentral in der Samtgemeinde Schwarmstedt untergebracht. Derzeit kommen die Menschen überwiegend aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Syrien.“ Bis zur Jahresmitte seien noch weitere 35 Personen angekündigt, die von der Samtgemeinde unterzubringen sind, hieß es. „Wir rechnen mit 120 Flüchtlingen, die wir dann insgesamt in diesem Jahr hier aufgenommen haben“, erklärte Beesch. Für Henrik Rump, Vorsitzender CDU-Samtgemeindeverband Schwarmstedt, hat deren Unterbringung erste Priorität. „Den Wohnraum in unserer Gemeinde zu schaffen, ist schon eine wirkliche Herausforderung“, sagte er. Oliver Beesch berichtete von Vermietern freier Wohnungen und Häuser, die wenig Bereitschaft zeigten, diese für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen – die einen wollen Ärger mit den Nachbarn vermeiden, die anderen möchten kein „Durchgangslager“ haben. Manchem Vermieter sei unklar, welche Kosten über die Miete hinaus von wem getragen werden, beispielsweise für die Renovierung des Mietobjektes. Offen wurde beklagt, dass es Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien gebe, die Probleme mit dem Verständnis für Eigentum hätten. Der Samtgemeindebürgermeister sprach sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Containern aus und zog auch den Kauf von Immobilien in Erwägung. Zum Abschluss der regen Diskussionsrunde stimmte der Ausschuss zwei Anträgen zu, die vom Vorsitzenden des Senioren- und Behindertenbeirates Wolfgang Kathe an die Verwaltung formuliert wurden: Veröffentlichung der Rahmenbedingungen für die Vermietung privaten Wohnraums zur Unterbringung von Flüchtlingen sowie Durchführung einer öffentlichen Informationsveranstaltung für potenzielle Vermieter. Vorsitzender Volker Braumann dankte allen, die sich auch ehrenamtlich für die Flüchtlinge engagieren, für ihre Arbeit. „Dies war heute für uns informativ und aufschlussreich.“