Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Die Johanniter empfehlen, das Erste-Hilfe-Wissen regelmäßig aufzufrischen. Foto: Johanniter

Die Johanniter raten: Sofort den Notarzt rufen

Schwarmstedt. Die dritthäufigste Todesursache in Deutschland und die häufigste Ursache für andauernde Behinderung ist ein Schlaganfall. Und fast immer trifft er einen Menschen völlig unerwartet – wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Bei schneller und richtiger Behandlung sind die Folgen jedoch begrenzbar. Die Johanniter raten bei Verdacht auf Schlaganfall, Ruhe zu bewahren und sofort den Rettungsdienst unter 112 zu verständigen.
Jörg Papendorf, Leiter des Rettungsdienstes bei den Johannitern in Schwarmstedt, erklärt: „Beim Schlaganfall handelt es sich um einen akut auftretenden Sauerstoffmangel im Gehirn, dessen Ursache in 80 Prozent der Fälle eine plötzliche Durchblutungsstörung oder in 20 Prozent der Fälle eine Blutung im Gehirn ist. Der Betroffene muss deshalb sofort in die Klinik. Je schneller, desto besser.“ Ergreift man in den ersten drei Stunden Hilfsmaßnahmen und leitet die Therapie ein, hat der Patient sehr gute Chancen, dass der Schlaganfall ohne Folgeschäden ausheilt. Typische Symptome für einen Schlaganfall müssen nicht immer auffallen und können leicht übersehen werden. Neben Sehstörungen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Arm, Bein oder im Gesicht gehören auch plötzliche starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zu den unspezifischen Symptomen. Deutliche Anzeichen sind Lähmungen einer ganzen Körperhälfte sowie Sprach- und Sprechstörungen. Im Gegensatz zu einem Herzinfarkt treten beim Schlaganfall in der Regel keine Schmerzen auf. Bis der Notarzt eintrifft, helfen einige einfache, aber sehr effektive Maßnahmen: den Betroffenen beruhigen, für frische Luft sorgen und auf eine bequeme Lage achten, beengende Kleidung lockern. Wenn der Patient noch sprechen kann, den Oberkörper leicht erhöhen. Nichts zu essen oder zu trinken geben. Bei Bewusstlosigkeit den Patienten in die stabile Seitenlage bringen, dabei Herzschlag und Atmung kontrollieren!
Wie bei den klassischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es auch beim Schlaganfall Risikofaktoren und vorbeugende Maßnahmen: Wer regelmäßig seinen Blutdruck und Cholesterinspiegel kontrollieren lässt, bei erhöhtem Cholesterinspiegel auf cholesterinarme Ernährung achtet, Stress vermeidet, nicht raucht, wenig Alkohol trinkt, für ausreichend Bewegung sorgt und sich gesund ernährt mit viel frischem Obst und Gemüse und wenig Fett, der vermindert sein Schlaganfallrisiko. Die Johanniter empfehlen, das Erste-Hilfe-Wissen regelmäßig aufzufrischen. In Schwarmstedt bietet die Hilfsorganisation regelmäßig Kurse in Erster Hilfe an. Sie können kompakt für zwei Tage oder auf mehrere Tage verteilt gebucht werden.
Weitere Informationen zu Erste-Hilfe-Kursen unter www.johanniter-ausbildung.de oder unter der kostenlosen Servicenummer (08 00) 0 01 92 14.