Brandbekämpfung in Zeiten des Klimawandels

Mehrere Schwarmstedt Feuerwehren übten die Vegetationsbrandbekämpfung.

Fast 70 Einsatzkräfte aus zwei Samtgemeinden proben den Ernstfall

Schwarmstedt. Während auf den politischen Bühnen noch um die angemessenen Reaktionen auf den unbestreitbaren Klimawandel gerungen wird, sind die Feuerwehren im südlichen Heidekreis bereits einen Schritt weiter. Nach dem extremen Dürrejahr 2018 und einer deutlich zu verzeichnenden Zunahme von Extremwetterereignissen rechnen sie nämlich mit häufiger und heftiger auftretenden Feuern in Wald und Grünland. Diese Vegetationsfeuer, deren Bekämpfung sich grundlegend von Schadenfeuern in bebauten Strukturen unterscheidet, sind nicht nur tückisch und unberechenbar, sondern werden leider noch häufig in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt. So verloren auch 2018 wieder deutsche Feuerwehren ihr Löschgerät und sogar Großfahrzeuge durch außer Kontrolle geratene Flächenbrände.
Am vergangenen Freitagabend übten daher samtgemeindenübergreifend fast 70 Feuerwehrkräfte in einem ausgeklügelten Ausbildungsszenario die Taktiken der Vegetationsbrandbekämpfung. Auf einer Grünlandfläche, die der Grindauer Landwirt Andreas Dierking dankenswerterweise zur Verfügung stellte, wurden Strohballen ausgebreitet und zum Anzünden präpariert. Die Feuerwehren aus Eickeloh, Essel, Hademstorf und Schwarmstedt waren vor Ort und trainierten an vier Stationen, die die besonders geschulten Ausbilder aus den eigenen Reihen leiteten. Zum einen galt es, sich schnell und flexibel nur mit Schaufeln, Feuerpatschen und Löschrucksäcken ausgerüstet im Gelände zu bewegen und Flächenbrände niederzuringen. Zum anderen musste eine Verteidigungsstellung für den Fall aufgebaut werden, dass ein Vegetationsfeuer ein Wohngebäude am Waldrand bedroht. Während an einer weiteren Station die Taktik „Pump and Roll“ geübt wurde, bei der sich zwei Trupps mit ihrem Löschfahrzeug entlang des Feuersaums vorarbeiten und dabei wassersparend und effektiv zugleich vorgehen, wurden an der vierten Station Abriegelungstaktiken thematisiert, nach denen unter Schaufeleinsatz oder unter Einsatz von Großgerät mit Scheibeneggen Schneisen geschlagen und gegraben werden.
Die Ortsbrandmeister Wilfried von Bostel aus Schwarmstedt, Christian Draeger aus Essel, Sven Lindhorst aus Eickeloh und Eckhard Bode aus Hademstorf bereiteten den Ausbildungsdienst vor, der bei allen Kameradinnen und Kameraden auf so positive Resonanz stieß, dass bereits am Abend verabredet wurde, in regelmäßiger Folge die gute Kameradschaft mit weiteren Übungen zu festigen. Thilo Scheidler, stellvertretender Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Schwarmstedt, überzeugte sich vor Ort von der gemeinsamen Übung der Feuerwehren aus den Samtgemeinden Ahlden und Schwarmstedt und dankte ausdrücklich dem Ausbilderteam für sein großes Engagement. Begleitet wurde der Übungsabend außerdem vom Kameracopter-Team der Feuerwehr Eickeloh, das das Geschehen aus der Luft mit Videodrohnen aufnahm und für die Auswertung der Ausbildung zur Verfügung stellt.