Bürgerinitiative (BI) contra Tierfabriken in Rodewald trifft sich jeden Sonntag

Heidekreis. Die mittlerweile über 175 Mitglieder der „Bürgerinitiative (BI) contra Tierfabriken in Rodewald“ warten nach wie vor auf die öffentliche Auslegung der Baugenehmigungsunterlagen durch den Landkreis Nienburg für die geplante Errichtung zweier Hähnchenmastställe mit insgesamt 78.000 Tieren in Rodewald. Diese sollen unmittelbar nach Offenlegung juristisch geprüft werden. Jeder Bürger, der sich durch den Bau der Ställe betroffen fühlt, kann innerhalb von vier Wochen bei der Genehmigungsbehörde schriftlich Einwendungen erheben. Da es sich bei den geplanten Ställen aller Voraussicht nach nicht um einen landwirtschaftlichen Betrieb gemäß § 35 Abs. 1 Baugesetzbuch handelt, sondern viel mehr um eine gewerbliche Anlage, bleibt auch die Frage nach einer entsprechenden Zuwegung weiterhin offen. Der Hufeweg auf dem Gebiet des an den Landkreis Nienburg grenzenden Heidekreises ist sowohl in Richtung Nienhagen als auch in Richtung Suderbruch auf 7,5 Tonnen begrenzt und lediglich für den landwirtschaftlichen, nicht aber für den gewerblichen Verkehr freigegeben. Da der Heidekreis einer Ansiedlung von Anlagen der Intensivtierhaltung ablehnend gegenübersteht, ist von einer Aufhebung der aktuellen Beschränkung nicht auszugehen.
Im Umkehrschluss bedeutet dies die Verkehrsführung der Baustellenfahrzeuge, aber auch aller zukünftigen Transporte im Zusammenhang mit dem Betrieb der Mastanlagen, nicht zuletzt mit dem stark kontaminierten Kot der Tiere, durch den Ahldener Weg beziehungsweise die Nienhagener Straße, teils geschwindigkeitsbegrenzte Straßen mit intensiver Wohnbebauung. Eine Weiterführung der Lastwagen kann entweder über Rodewalds Dorfstraße bis zur Bundesstraße 214 oder aber durch die benachbarten Ortschaften Nienhagen und Suderbruch Richtung Schlachthof erfolgen. Spätestens hier hoffen die besorgten Anwohner auf das Verantwortungsbewusstsein ihrer gewählten politischen Vertreter und deren gezieltes Eingreifen.
Aktuell steht die BI in Kontakt mit renommierten unabhängigen Instituten, mit Unterstützung derer Proben unter anderem der Bodenoberfläche sowie der Gewässer von öffentlichen Wegen und Gräben in unterschiedlichen Abständen zum Bauplatz der Ställe entnommen und ausgewertet werden. Ziel der BI ist die Feststellung des Ist-Zustandes der Umwelt rund um den Bauplatz VOR der geplanten Errichtung der Hähnchenmastställe. Eine weitere Beprobung NACH Entstehung der Ställe gibt konkret Aufschluss über die unvermeidlichen negativen Veränderungen und Belastungen der Umgebung als Folge der Errichtung von Massentierhaltungsanlagen der geplanten Größenordnung. Die während der vergangenen Wochen in den Medien veröffentlichen äußerst beunruhigenden Ergebnisse, insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorkommen der gefährlichen MRSA- und ESBL-Keime bis zu mindestens 1.000 Meter Entfernung, soll durch die Untersuchung von Pflanzen, dem Boden, aber beispielsweise auch des Feinstaubes, der sich auf den Regentonnen der Bürger in der Nachbarschaft der Ställe absetzt, bekräftigt werden. Wer Näheres über dieses Projekt erfahren oder sich generell über die Arbeit der BI informieren möchte, ist herzlich zu den Treffen jeden Sonntag um 18 Uhr in der Nähe des Bauplatzes der Ställe eingeladen.