Der Interpret komponiert mit

Christoph Koerber.

Sommerkonzert am 5. August mit Christoph Koerber an der Orgel

Walsrode. Am Sonntag, 5. August, erwartet die Zuhörer des fünften Sommerkonzertes ein nicht nur vielseitiges, sondern auch gewagtes Programm. In der Stadtkirche Walsrode spielt der Gießener Kirchenmusiker Christoph Koerber auf der historischen Meyer-Orgel Werke von Bach, Mendelssohn, Liszt und Hambraeus. Der Eintritt ist wie immer frei. Im Anschluss kann man bei einem Glas Sekt noch das Konzert ausklingen lassen. Die Passacaglia c-moll bildet als eines der ganz großen und ausgereiften Orgelwerke Johann Sebastian Bachs einen ersten Schwerpunkt. Im Verlauf erklingt dann eines der bekanntesten Orgelwerke der Romantik: Franz Liszts „Weinen, klagen, sorgen, zagen“, das auf einer Kantate J. S. Bachs beruht und für Liszt als Reaktion auf den Tod seines Sohnes eine sehr persönliche Trauermusik war. Nach vielen Seufzern und Klagen wendet sich das Stück schließlich in einen hoffnungsvollen Choral. Einen besonderen Farbtupfer bildet „Nebulosa“ des schwedischen Komponisten Bengt Hambraeus. Das 1969 entstandene, avantgardistische Stück fordert die Fantasie des Interpreten, der als „Mitkomponist“ Teile mitgestaltet und so eine ganz individuelle Fassung schafft. Ebenfalls als Farbtupfer kann man „Jardin suspendu“ von Jehan Alain bezeichnen, das wohl zu den schönsten Kleinoden der Orgelliteratur im 20. Jahrhundert zählt.
Christoph Koerber ist Kantor an der Innenstadtkirche St. Johannis in Gießen und leitet als Lehrbeauftragter außerdem die Kirchenmusik-C-Ausbildung an der dortigen Universität. Er studierte Kirchenmusik und Historisches Orgelspiel in Trossingen und war dort später auch Lehrbeauftragter für Orgel und Generalbass.