Die dunkle Seite des Pelzhändlers

Heinrich Thies ist am Donnerstag im Uhle-Hof zu Gast.

Heinrich Thies stellt seinen neuesten Krimi vor

Schwarmstedt. Es ist einer dieser Kriminalfälle, die so manchen Krimi in den Schatten stellen. Tatort Hamburg. Zwei Frauen verschwinden, ohne Spuren zu hinterlassen. In Briefen und Karten aus aller Welt teilen sie ihren Familien mit, dass sie ein neues Leben führen wollen. Die Angehörigen sind fassungslos, doch die Polizei sieht keinen Ermittlungsbedarf – bis eine Kriminalbeamtin auf eigene Faust ermittelt und gemeinsam mit ihren Kollegen einen Hamburger Pelzhändler als Mörder entlarvt, der die Frauen in seinen privaten Atomschutzbunker gelockt, gefoltert, getötet und in Säure aufgelöst hat.
20 Jahre nach dem spektakulären Prozess vor dem Hamburger Landgericht hat der Journalist und Schriftsteller Heinrich Thies die sogenannten Hamburger Säurefassmorde in seinem Buch „Hilferuf aus dem Folterkeller“ nachgezeichnet. Am Donnerstag, 24. September, um 20 Uhr, stellt der Autor jetzt sein Buch im Uhle-Hof in Schwarmstedt vor. Das einfühlsam erzählte Sachbuch von Heinrich Thies speist sich aus Gesprächen mit Polizeibeamten, Juristen, Angehörigen der Opfer, Nachbarn des Täters sowie etlichen Dokumenten, beleuchtet seelische Abgründe und behandelt in einem allgemeinen Teil das Thema Sadomasochismus. Denn nach dem psychiatrischen Gutachten litt der Täter an einer „schweren seelischen Abartigkeit“ in Gestalt einer sadomasochistischen Triebstruktur. Der verurteilte Pelzhändler selbst stellt seine Taten bis heute als Unfälle dar.
Bei der Lesung wird Thies auch über seine Recherchen und Hintergrundfragen sprechen. Dabei geht es auch um das Thema Sadomasochismus. Unter anderem durch den Welterfolg des Bestsellers „Shades of Grey“ hat sich SM zu einem Modetrend entwickelt, birgt aber aus Sicht des Verfassers auch Gefahren. In erster Linie aber sind die „Säuremordfälle“ ein Lehrstück über polizeiliche Ermittlungsarbeit und die Frage, wann ein Vermisster als potentielles Opfer eines Verbrechens betrachtet wird.
Lauter spannende Fragen, die die Lesung zu einem interessanten Abend machen dürften. Der Eintritt beträgt sechs Euro. Kartenvorbestellungen bei der Buchhandlung Gramann unter der Telelefonnummer (0 50 71) 9 82 20.