Dramatisches Kiefernsterben

Dem dramatischen Kiefernsterben etwas entgegensetzen: Ortstermin in Buchholz mit Landrat Manfred Ostermann, Jan Cord Plesse zuständiger Förster, Joachim Plesse, Holger von Tiepermann , Heinrich Reßmann, Siegfried Michalzik alle Vorstand der Buchholzer Forstbetriebsgemeinschaft und Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs. Foto: Gemeinde 

Landrat unterstützt Forderung nach Wassergroschen

Buchholz. Einen Hilferuf der Waldbesitzer erreichte Landrat Manfred Ostermann kürzlich aus Buchholz. Er traf sich auf Initiative von Joachim Plesse gemeinsam mit Waldbesitzern, dem Bezirksförster Jan-Cord Plesse und Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs zu einem Ortstermin im Buchholzer Lister. Ziel ist es in das Projekt "Trinkwasserschutzwald" aufgenommen zu werden, um Aufforstungen und damit den langfristigen Bestand des Waldes zu ermöglichen.
Hintergrund für den Termin sind die teils massiven Waldschäden der vergangenen drei Jahre in den südlichen Gemarkungen der Samtgemeinde Schwarmstedt im Heidekreis. Bezirksförster Jan Cord Plesse erläuterte die Hintergründe: 2019 kam es zu einem großen Sturmschaden, der im Südteil der Samtgemeinde Schwarmstedt mit rund 2.000 Festmeter Schadholz zu Buche schlug. Anschließend folgten große Borkenkäfermengen in den Fichtenbeständen des nördlichen Bezirkes um
Westenholz. Gerade die Gemarkungen Marklendorf, Buchholz/Aller, Lindwedel, Hope, Grindau und der südliche Teil von Schwarmstedt wiesen nicht unerhebliche Schäden in der Kiefer auf . Hier führten Feinwurzelabrisse durch den vorangegangenen Sturm und der zweite Sommer in Folge mit extremen Hitzeereignissen, gefolgt von Grundwasserabsenkungen von über einem Meter, dazu, dass vor allem viele ältere Kiefern zum Absterben gebracht wurden. Eine große Rolle spielt hierbei der Pilz "Sphaeropsis sapinea". Dieser ist zwar grundsätzlich permanent in der Luft vorhanden und für gesunde Bäume nicht weiter dramatisch. Bei der jetzt eingetretenen Schwächung macht der Pilz den Baum für Sekundärschädlinge wie Pracht- und Borkenkäfer anfällig. Dies ist in Buchholz und Umgebung besonders seit dem Spätsommer 2019 zu beobachten. Immer mehr Kiefern sterben ab und mussten daher entfernt werden. Zum Teil im Abstand von wenigen Wochen, berichten Waldbesitzer über die dramatische Lage beim Ortstermin. Ein wirtschaftlicher Ertrag kann mit kranken Bäumen nicht mehr erzielt werden, da sie sich für höherwertige Verwendungen, wie Möbel oder Bauholz nicht mehr eignen. "Die Arbeit von Generationen wird so zunichte gemacht", berichtet Siegfried Michalzik, als einer der Betroffenen.
Wichtig ist es nun gegenzusteuern und Aufforstungen mit klimabeständigen Arten vorzunehmen. Doch dies kostet viel Geld, das der Wald derzeit nicht erwirtschaftet. Zwar wurde durch das Landwirtschaftsministerium die Förderrichtlinie zur Bewältigung der Waldschäden infolge von Extremwetterereignissen so angepasst, dass auch diese Schäden abgedeckt sind. Damit können die Aufarbeitung des Schadholzes und der Wiederaufforstung gefördert werden. Doch dies allein reicht nicht. Die Buchholzer Waldbesitzer möchten gerne auch vom "Wassergroschen" profitieren. Derzeit sind sie aber ausgeschlossen, da dieses Projekt des „Trinkwasserschutzwaldes“ an die aktuellen Grenzen des Wasserschutzgebietes gebunden - und dies liegt etwas weiter südlich. Betroffen sind die Wälder aber dennoch: Der Absenkungstrichter des Einzugsgebietes "Fuhrberger Feld" reicht nämlich wesentlich weiter bis in Richtung Aller. Das hat wiederum zur Folge, dass in extremen Trockenjahren die Wälder zusätzlich durch niedrige Flusspegelstände von Aller und Leine und eine erhöhte Grundwasserförderung belastet werden. "Wir brauchen hier dringend eine Neuregelung und Unterstützung", so die einhellige Meinung der Waldbesitzer. Landrat Ostermann schloss sich diesem Wunsch an und wurde unmittelbar aktiv. Er ist mit der Landesregierung in Kontakt getreten, um hier eine Änderung zu erreichen, damit im Sinne des Naturschutzes Waldbesitzer wieder in die Lage versetzt werden, Wald zu schaffen und zu unterhalten.