Ein sinnloser Kampf deutscher Krieger

Beim Gedenken wurde der Abstand voneinander ausgemessen. (Foto: A. Nolte)

Antifaschistisches Gedenken auf Soldatenfriedhof Essel

Essel. Vor 75 Jahren, im April 1945, fand um den Aller-Übergang bei Essel ein sinnloser Kampf deutscher Krieger statt. Unter den zahlreichen Toten waren viele jünger als 18 Jahre. Der Deutsche Gewerkschaftsbund legte einen Kranz nieder, auf dessen Schleifen steht "Nie wieder Faschismus - Nie wieder Krieg".
Für die Geschichtswerkstatt erklärte Charly Braun der 20-köpfigen Delegation: "Es hat Jahrzehnte und viele Proteste gebraucht, ehe hier die Nazi-Heldenfeiern verboten wurden". Mehrere Zeitzeugen berichteten, dass Alt-Nazis und schließlich Neonazis sich an diesem Ort immer wieder versammelten, weil hier 1945 auch die Waffen-SS gekämpft hatte.
"Alles was Rang und Namen hatte in der rechten Szene war hier", wusste Charly Braun aus eigenem Erleben detailreich zu berichten. Auf dem Friedhof wurde das SS-Treuelied gesungen und gefordert, dass Bundeswehrsoldaten ihr Leben für Deutschland einsetzen müssten. 1975 musste ein Schwarmstedter Pastor vom Friedhof vor Schlägen fliehen, er hatte in seiner Ansprache auch den KZ-Opfern gedacht. Ab 1983 wurden durch Demonstrationen und Proteste die nationalistischen Huldigungen immer wieder für Jahre unterbrochen. Schließlich sei es vor zehn Jahren endlich gelungen, für den Soldatenfriedhof Essel ein Verbot der Nazi-Feiern durchzusetzen.