Energiewende mit den Bürgern gestalten

Aller-Leine-Tal beim Kongress in Kassel

Schwarmstedt. Klimaneutralität, Energieeinsparung, Techniken für die Energiewende, Verteilnetze, neue Mobilität und Bürgerbeteiligung sind nur einige Stichworte aus dem Programm. Zwei Tage voller interessanter Vorträge, Exkursionen und Gespräche liegen hinter Dr. Stefan Dreesmann, Karl-Heinz Winter und Jörg Zöllner, die sich kürzlich in Kassel beim 4. Kongress „100%-EE-Regionen“ über den Ausbau erneuerbare Energien zur Energiewende für das Aller-Leine-Tal, informierten. Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Peter Altmaier, der leider im letzten Moment seine Teilnahme absagte, wollten die ALT-Vertreter den Kongress nutzen, um aktuelle Informationen und Anregungen für einen erfolgreichen Strukturwandel bei der Energieversorgung vor Ort zu erhalten.
In den Einstiegsreferaten beschrieben verschiedene Bürgermeister und Landräte eindrucksvoll ihre Energieprojekte und Vorhaben in den Kommunen und Kreisen und machten damit deutlich, zu welchen Erfolgen eine zielgerichtete Strategie mit kontinuierlicher Umsetzung unter Mitnahme der Bürger und Bürgerinnen führen kann.. Von besonderer Bedeutung ist die mögliche und messbare örtliche Wertschöpfung. Zahlreiche neue Regionen wurden in den Kreis der „100%-Regionen Erneuerbare Energien“ aufgenommen. Anschließend verteilten sich über 800 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Kommunen, Regionen, Verbänden und Instituten und Einzelinitiativen auf die zahlreich angebotenen Vortragsangeboten, Podiumsdiskussionen und Workshops sowie auf ein internationales Forum mit Vertretern aus USA, Polen und Japan. Ein Ausstellermarkt und Exkursionen zu den interessantesten Energieprojekten rund um Kassel rundeten das Programm ab.
Ein Großteil der gehaltenen Vorträge können auf der Homepage www.100-ee-kongress.de/programm eingesehen werden. Den Abschluss für die ALT-Teilnehmer bildete der Workshop „Modellregionen in Deutschland und Österreich – Chancen und Barrieren für eine dezentrale Energiewende“, in dem es einen regen Austausch zur Situation und zu Modellprojekten und möglichen gemeinsamen Aktivitäten gab. Deutlich wurde auf dem Kongress, so Jörg Zöllner, dass sich erfreulicher Weise sehr viele weitere Regionen auf den Weg zur 100%-Region gemacht haben und mit vielfältigen kreativen Ansätzen und Projektideen bereits sehr weit vorangeschritten sind. Auch das Aller-Leine-Tal sollte daher konsequent weiterarbeiten und die Energiestudie auswerten, um dann die gegebenen Anregungen aufzugreifen, zu diskutieren und umzusetzen.