Erixx erhitzt die Gemüter

Michael Körber (von links), Birthe Ahting, Wolfgang Kloppenburg, Uwe Chrobatzek, Björn Gehrs und Oliver Schulze hören sich die Kritik der Bürger am Erixx-Bahnverkehr an. Foto: B. Stache

Verantwortliche geben Antworten auf viele Fragen der Fahrgäste

Schwarmstedt (st). Einen Einblick in die Komplexität des Schienenpersonennahverkehrs erhielten die zirka 50 Teilnehmer an der Informationsveranstaltung zum Thema „Störungen im Zugbetrieb mit dem Erixx“, zu der Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs am Montagabend in den Uhle-Hof eingeladen hatte. An der Veranstaltung nahmen seitens der Erixx GmbH der Geschäftsführer Wolfgang Kloppenburg, Eisenbahnbetriebsleiter Uwe Chrobatzek und Pressesprecherin Birthe Ahting teil. Michael Körber, Leiter Vertrieb und Fahrplan Regionalbereich Nord, vertrat die DB Netz AG, Erster Kreisrat Oliver Schulze den Landkreis Heidekreis. Dem Treffen und Gedankenaustausch liegt der Wunsch nach einem störungsfreien Zugbetrieb – vor allem auf der Strecke zwischen Schwarmstedt und Hannover – zugrunde, formulierte Gehrs zu Beginn. Von einigen Bürgern, darunter auch Pendler, die von den Verspätungen des Erixx besonders betroffen und genervt sind, wurden detailliert Zugverspätungen und Probleme bei der Informationsweitergabe durch Zugpersonal geschildert. Die GVH (Großraum-Verkehr Hannover)-Pünktlichkeitsgarantie wurde ebenfalls thematisiert. Um den Schienenpersonennahverkehr im Bereich des Heidekreuzes aufrecht zu erhalten, stehen der Erixx GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Osthannoverschen Eisenbahnen AG, 25 Erixx-Triebwagen zur Verfügung, erklärte Betriebsleiter Chrobatzek. 20 dieser Fahrzeuge sind täglich im Einsatz, zwei befinden sich in der Instandhaltungsreserve und drei weitere stellen die Betriebsreserve dar. In der Vergangenheit habe es erhebliche Störungen in der Fahrzeugsteuerung gegeben, die zu den bekannten Zugverspätungen geführt hätten, hieß es. Die „Problemfahrzeuge“ wurden dem Hersteller zur Reparatur übergeben und sind inzwischen wieder im Einsatz, so Chrobatzek. Die Auswirkungen von verspäteten S-Bahnen auf die Pünktlichkeit des Erixx wurden ebenfalls ausgiebig erörtert. Das Verstärken der S-Bahn im Bahnhof Hannover durch weitere Zugteile nehme sehr viel Zeit in Anspruch, berichtete eine Teilnehmerin, die diesen Vorgang häufig beobachtet hatte. „Von Dezember (2015) an werden ab Mittag alle Züge, die aus Hannover rausgehen, doppelt gefahren“, sagte Chrobatzek. Dies gelte für die Erixx-Verbindungen Richtung Schwarmstedt bis einschließlich zur Abfahrt um 19.51 Uhr. Der Betriebsleiter warb am Abend um Verständnis bei den Kunden, wenn es zu Problemen durch Baustellen im Erixx Streckenbereich kommt, die durch Sturm oder Stellwerksausfälle noch potenziert würden. Die mangelnde Information bei Erixx-Zugverspätungen durch das Zugpersonal und über die Anzeigentafeln auf den Bahnhöfen wurde von den Teilnehmern besonders heftig kritisiert. Wegen der häufigen Erixx-Verspätungen auf der Strecke Schwarmstedt-Hannover und der fehlenden Information darüber, wie lange es noch bis zum Hauptbahnhof nach Hannover braucht, habe sie schon Ärger mit ihrem Arbeitgeber bekommen, schilderte eine Pendlerin ihre Situation. „Wir arbeiten gezielt an dem Thema“, erklärte Erixx Geschäftsführer Kloppenburg, der von einem sehr komplexen Modell mit mehreren Betreibern sprach. Gegen pauschale Kritik an fehlender Kundenfreundlichkeit des Erixx-Zugbegleiter-Personals verwehrte er sich energisch. Die Verantwortlichen von Bahn und Erixx sagten am Abend zu, sich der vorgebrachten Kritikpunkte anzunehmen und Abhilfe zu schaffen. „Wir wollen das nicht verniedlichen, wir nehmen das ernst“, bekräftigte Kloppenburg mit dem Hinweis auf erste Maßnahmen, die bereits getroffen wurden. So habe beispielsweise ein Güterzug neue Fahrtzeiten erhalten, um den reibungslosen Verkehr des Erixx nicht zu beeinträchtigen. „Wir haben großes Interesse daran, dass es hier mit dem Erixx funktioniert. Das ist für uns ein Standortvorteil“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs abschließend.