Erneut heiße Diskussion um Mastställe

Björn Gehrs (SPD) (v. l.), Willi Runne und Jochen Schierbaum (CDU) stellten sich den Fragen der interessierten Bürger zum Thema Mastställe. Foto: Aydogan Zihli

Björn Gehrs (SPD) und Jochen Schierbaum (CDU) stellten sich kritischen Fragen

Buchholz (az). Der Vorsitzende vom Verband Wohneigentum, Willi Runne, lud die Bürger der Samtgemeinde zu einer Diskussionsrunde mit dem SPD-Vertreter Björn Gehrs und dem CDU-Vertreter Jochen Schierbaum in das Gasthaus „Lindenwirtschaft“ in Buchholz ein.
Viele Bürger nahmen die Einladung wahr und wollten sich auf politischer Ebene mit dem Thema Mastställe und Lebensqualität auseinander setzen. Als Erster meldete sich Buchholz‘ Bürgermeister Björn Gehrs zu Wort: ,,Die Samtgemeinde ist eine Gemeinde, die ihre Chancen nutzt. Sie hat einen guten Standort und eine Schule mit Möglichkeiten bis zum Abitur. Die Frage ist, was kann eine Gemeinde tun, um die Lebensqualität zu erhalten?‘‘ Das größte Interesse der Bürger lag jedoch auf der Frage, entstehen Mastställe am Badesee oder nicht. Björn Gehrs sagte zu diesem Thema, dass der Gemeinde in diesem Fall größtenteils die Hände gebunden seien, da es sich um ein priviligiertes Bauvorhaben handele. Eine wirkliche Entscheidungsfreiheit hätten Gemeinden somit nicht.
Jochen Schierbaum sieht dagegen kein Problem, Industrie und Lebensqualität zu kombinieren. Die Autobahn könne dafür sorgen, dass in die Gemeinde einige Logis-tik-Firmen investieren. ,,Es soll sich hier aber natürlich nicht um Großindustrie handeln‘‘, betonte Jochen Schierbaum. Auch zum Thema Mastställe hat Schierbaum klar Stellung bezogen. ,,Damit wir etwas zu sagen haben, müssen wir etwas an dem Privilegierungsrecht ändern‘‘, betonte der CDU-Politiker. Das Thema Mastställe nahm den größten Teil der Debatte ein, denn den Bürgern war es sehr wichtig so viele Informationen wie möglich zu erhalten. Deshalb wurde auch heftig und emotionsgeladen diskutiert. Die Zukunft des Badesees an der Esseler Kreuzung war ebenfalls ein Thema, da dieser auch für den Tourismus ein wichtiger Faktor darstellt. Immerhin soll der Badesee in der nächsten Zeit auch noch vergrößert werden. Jochen Schierbaum bemängelte, dass für die Lindwedeler ein Radweg nahe der L 190 Richtung Badesee fehlt. Björn Gehrs stimmte ihm in diesem Punkt zu, denn es sei zurzeit lebensgefährlich für Fahrradfahrer. Er bedauerte, dass ein Radweg bisher noch eine Illusion sei, da die Kosten die Kommunen tragen müssten und es sich immerhin um einen Radweg von knapp zehn Kilometern Länge handele. Trotz der hitzigen Diskussion erhielten die Bürger an diesem Abend viele Information über die aktuelle Situation der Samtgemeinde und konnten sich, im Blick auf die bevorstehende Samtgemeindebürgermeisterwahl, schon einmal einen Eindruck von den Vertretern der verschiedenen Parteien in Schwarmstedt machen.