Erstes Begegnung mit Jungwölfen

Der NDR-Naturfilm-Fotograf Sebastian Koerner bekam diesen Jungwolf auf dem Truppenübungsplatz in Munster perfekt vor die Kamera.

Wolfsberater: Die Tiere sind neugierig aber nicht gefährlich

Munster. Im Rahmen des Ausbildungsbetriebes der Bundeswehr ist es vor kurzem zu einer ersten Begegnung eines Soldaten mit Jungwölfen gekommen. Während einer Nachtausbildung traf ein Soldat im Bereich des Truppenübungsplatzes Munster Nord auf mehrere Jungwölfe. Die Tiere folgten ihm auf seinem Orientierungsmarsch in einigem Abstand über einen längeren Zeitraum. Blieb der Soldat stehen, stoppten auch die Wölfe, ging er weiter, liefen sie ihm wieder hinterher. Als der Soldat zur Erfüllung seiner Aufgaben auf einen Turm kletterte, kam einer der Jungwölfe bis an die Leiter heran und lief erst davon, als der Soldat wieder herabkletterte und mit Füßen nach ihm trat. Mit einigem Abstand folgten die Wölfe dem Soldaten dann noch ein Stück auf seinem weiteren Weg, verloren nach einiger Zeit offensichtlich das Interesse und verschwanden in der Dunkelheit.
In enger Abstimmung mit dem Wolfsbeauftragten der Truppenübungsplätze Munster Nord und Süd hat der Standortälteste, Brigadegeneral Bernd Schütt, diesen Vorfall zum Anlass genommen, an die Soldaten Verhaltenshinweise für den Umgang mit Wölfen herauszugeben. Da sich die Wölfe nicht nur in dem überwiegend gesperrten Bereich des Truppenübungsplatzes aufhalten, informieren die Bundeswehr Munster und die Bundesforst die Bevölkerung über diesen Vorfall. Es ist nicht auszuschließen, dass zum Beispiel Pilzsammler oder Spaziergänger
auf die Wölfe treffen. Helge John, Wolfsberater des Bundesforstbetriebes für den Bereich Munster/Bergen stellt klar, dass die Jungwölfe, die jetzt circa
sechs Monate alt sind, grundsätzlich keine Gefahr darstellen. „Die
jungen Tiere sind neugierig, interessiert an allem Unbekannten!" Während „Alttiere"“ die Flucht ergreifen, wenn sie auf Menschen treffen oder Gefahr wittern, hierbei auch ihre Jungen zurücklassen, gehen die jungen Wölfe auf fast alles Unbekannte zu. Für den Fall eines Aufeinandertreffens gibt Helge John folgende
Empfehlungen: „Verhalten Sie sich ruhig! Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand! Falls das Tier noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist, sprechen Sie den Wolf bestimmend an." Der Wolfsberater hat auch eine Bitte: Prägen Sie sich das Aussehen des Tieres gut ein, machen Sie gegebenenfalls ein Foto und teilen Sie ihre Beobachtungen mit. Helge John, der auch für weitere Fragen zur
Verfügung steht, ist unter der Telefonnummer (05192) 98 25-19, erreichbar. Weitere Auskünfte können auch die Wolfsberater für den Heidekreis, Martin Tripp, Telefon (0170) 3 30 09 40, beziehungsweise des Landkreises Uelzen, Volker Einhorn, Telefon (0 58 29) 2 16, geben.