Erstes Fest für Toleranz in Schwarmstedt

Gemeinsames Werben für das erste Fest für Toleranz in Schwarmstedt. Foto: B. Stache

Integration darf nicht als Einbahnstraße verstanden werden

Schwarmstedt (st). Viel geboten wird beim ersten Fest für Toleranz am Sonntag, 25. August, rund um die evangelische Kirche St. Laurentius in Schwarmstedt. Dies kündigte Gisela Seidel vom Diakonieausschuss der Kirchengemeinde Schwarmstedt am Mittwochabend bei einem Pressegespräch an. Daran teilgenommen hatten unter anderem Joseph Sebuh, Migrantenberater im Diakonischen Werk Walsrode, Yilmaz Baris vom Bildungsbüro Heidekreis und dem Ezidischen Kulturverein, Charlotte Schließauf (Gemeinsam für Eine Welt e.V.), Pastor i.R. Christian Steinwede sowie Hilke Baum, die seit 20 Jahren Deutsch- und Integrationskurse in Schwarmstedt leitet, unterstützt durch Dorothe Söder. Das umfangreiche Festprogramm startet um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, den Christian Steinwede unter Mitwirkung von Cicek Yildiz (ezid.) und Ersin Kocabas (musl.) leiten wird. Unter dem Motto „Begegnung, Essen, Musik, Spiel, Spass…“ gibt es ab 12 Uhr Essen aus verschiedenen Kulturen. TROKIWA, die Trommelgruppe des Kirchenkreises Walsrode mit Pastor Hans-Gerd Paulus, tritt von 13 bis 14 Uhr auf, gefolgt von der Kurdischen Musikgruppe „Basir Alp und Freunde“ (14 bis 14.30 Uhr). Der Kindergarten Schwarmstedt unterhält die Besucher zwischen 15 und 15.20 Uhr mit Liedern und der Seniorentanzkreis Schwarmstedt unter Leitung von Ute Meyer präsentiert sich ab 15.30 Uhr. Wer möchte, kann sich an einem Einbürgerungstest versuchen oder sich in der Orientalischen Ecke einen Einblick in eine andere Kultur verschaffen. Die Kunstschule PINX wird sich ebenso darstellen wie die Johanniter Unfallhilfe und der MTV Schwarmstedt, der eine Hüpfburg aufstellt. Zu den Teilnehmern am Fest für Toleranz gehören auch der Förderverein St. Laurentius Aktiv, der Senioren- und Behindertenbeirat der Samtgemeinde Schwarmstedt, die Guttempler „Swarmstede“, JSG Leinetal sowie die Katholische Pfarrgemeinde Heilig Geist. Die Landfrauen Schwarmstedt werden die Besucher zusätzlich mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. „Toleranz beschränkt sich nicht nur auf andere Religionen und fremde Menschen, sondern bezieht sich auch auf Senioren und Behinderte, Kinder, Familien mit vielen Kindern, andere Lebenspartnerschaften, den Arbeitsplatz und die Nachbarn“, macht Gisela Seidel die Bedeutung des Festes deutlich. Sie sieht darin auch den Auftakt zu einem besseren Kennenlernen. „Aus gegenseitiger Achtung kann Freundschaft oder Zuneigung werden“, ergänzte Pastor i.R. Steinwede, der den Gottesdienst zum Integrationsfest unter das Thema „Toleranz aus Sicht der Religionen“ stellen wird. Für Joseph Sebuh steht fest: „Integration darf nicht als Einbahnstraße verstanden werden. Toleranz gilt deshalb für alle Beteiligten. Diese kann durch Begegnung wachsen und erreicht werden.“ Das Fest wird vom Kirchenkreis Walsrode, dem Kreispräventionsrat sowie dem Präventionsrat der Samtgemeinde Schwarmstedt finanziell unterstützt und die Buchhandlung Gramann beabsichtigt, ein Schaufenster zum Thema Toleranz auszugestalten. Mit einem Zitat des jesidischen Kulturvereins „Gemeinsam für einander stark machen, damit das Fremde sein Gesicht verliert und die Zukunft und die Integration ein Zuhause haben“, verknüpfte Seidel die Hoffnung, dass das Fest dieses Ziel auch erreicht. „Wer offen ist, kann mehr erleben“: mit diesem Slogan wirbt ein hellgelbes Plakat mehrsprachig für das erste Fest für Toleranz in Schwarmstedt.