Fachtag für Kindertagespflegepersonen gelungen

Professor Renate Zimmer inspiriert die Teilnehmer.
Heidekreis. Kürzlich fand ein speziell für Kindertagespflegepersonen konzipierter Fachtag im ver.di Bildungs- und Tagungszentrum in Walsrode statt, zu dem Kornelia Runge und Maike Kern, Fachberaterinnen für Kindertagespflege des Heidekreises, eingeladen hatten. Mehr als 100 Kindertagespflegepersonen aus dem Landkreis nahmen an der Veranstaltung teil. Sie wurden in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe der frühen Bildung und Betreuung bestärkt und haben viele neue Impulse für ihre tägliche Arbeit mit den Kindern mitgenommen.
Nach einer wertschätzenden Begrüßung durch die stellvertretende Landrätin Claudia Schiesgeries und Wolfgang Puschmann, Repräsentant der Stadt Walsrode, beeindruckten Andrea Ilse vom Niedersächsischen Kindertagespflegebüro und Professor Renate Zimmer, Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit“ von der Universität Osnabrück, die Zuhörer mit ihren Beiträgen. Andrea Ilse machte die Entwicklung und die aktuelle Situation der Kindertagespflege bundesweit und in Niedersachsen deutlich. Sie hob noch einmal den flexiblen und individuellen Betreuungscharakter der Betreuungsform hervor. Zurzeit werden in Niedersachsen mehr als 23.700 Kinder in Form von Kindertagespflege betreut, davon circa 500 aus dem Heidekreis. Besonders das Modell, in dem sich mehrere Kindertagespflegepersonen in Form von Großtagespflegestellen zusammenschließen, wird stetig ausgebaut. Darauf aufbauend lobte Professor Renate Zimmer die Betreuungsform der Kindertagespflege und verdeutlichte die guten Entwicklungsmöglichkeiten durch den kleinen, individuellen und bedürfnisorientierten Betreuungsrahmen. In ihrem Vortrag „Kinder mit herausfordernden Verhalten – Wie wir ihnen begegnen und sie einfühlsam begleiten“ legte sie den Fokus zunächst auf die Frage, was Kinder für eine gute Entwicklung brauchen. Kinder kommen mit einem hohen Wissensdrang, natürlicher Neugier und die Lust am Entdecken auf die Welt. Sie müssen alles selbstständig und mit Begeisterung und Zeit ausprobieren und sich als selbstwirksam erleben dürfen. Dies ist eine Grundlage für die Entwicklung eines gesunden Selbstkonzepts. Betreuungspersonen sind in diesem Prozess Entwicklungsbegleiter, die in intensiver Beziehung mit dem Kind Impulse setzen und eine anregende Umwelt bereitstellen. Mit Hilfe von praxisnahen Beispielen konnte verdeutlicht werden, dass auffälliges Verhalten von Kindern ein Signal ist. Dabei wurden Alternativen und Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt, die im Betreuungsalltag hilfreich sein können. Am Nachmittag konnten die Teilnehmer in weiterführenden, themenorientierten Workshops wie Kinderyoga, Frühförderung, Supervision, Self-Care oder tiergestützte Pädagogik ihren Handlungsrahmen erweitern. Zur Freude aller setzte das Improvisationstheater vom Kulturverein Schneverdingen die Themen des Fachtages noch einmal szenisch um und sorgte damit für einen gelungenen Abschluss.