Fahrplanwechsel

Fahrpreiserhöhungen in der Kritik

Heidekreis. „Einige neue Angebote auf dem bestehenden Bahnnetz in Niedersachsen, dafür aber ärgerliche Fahrpreis-Erhöhungen!“ Das ist das Fazit von Michael Frömming, Landesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD) angesichts des Fahrplanwechsels bei den Eisenbahnen in Niedersachsen kurz vor dem Jahreswechsel. „Auf dem Heidekreuz, den von Soltau nach Buchholz, Bremen, Hannover und Uelzen ausgehenden Schienenstrecken, geht mit dem erixx ein neues Unternehmen an den Start und ersetzt somit die etwas in die Jahre gekommenen Triebwagen der Deutschen Bahn AG!“, so Frömming. Der Fahrplan vor allem auf der Nord-Südstrecke Buchholz – Hannover wird zukünftig angesichts des Ausbaus der Bahnlinie verbessert. „Leider erfolgt diese Reisezeitverkürzung unter anderem durch den Wegfall der früheren Halte in Eickeloh und Hademstorf und steht im Gegensatz zu der von der CDU und FDP angeblich so wichtigen Förderung der ländlichen Regionen!“Zwischen Löhne, Hameln, Hildesheim und Bodenburg fährt statt der eurobahn künftig die NordWestBahn. „Gerade in den letzten Wochen hat die eurobahn durch häufige Zugausfälle das eigentlich jahrelang positive Bild eines zuverlässigen Anbieters in der Region deutlich eingetrübt, was aus Kundensicht sehr zu bedauern ist. Die NordWestBahn schwächelte jedoch auch im Unterweserraum jüngst mit fehlenden Lokführern. Wir können nur hoffen, dass die zuständige Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) hier ein besonderes Auge auf die Entwicklung der Zuverlässigkeit wirft“, so Frömming. Zwischen Cuxhaven und Bremerhaven verkehren die Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB) mit einigen zusätzlichen Zügen und erhöht so die Zugdichte in diesem Bereich. Der VCD wird hier vor allem die verlässliche und komfortable Verknüpfung in Bremerhaven in Richtung Bremen beobachten. Zwischen Bremen-Nord und Verden (Aller) fahren anstelle der Deutschen Bahn AG künftig NordWestBahn-Triebwagen als „Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen“. Positiv bewertet der VCD die Angebotsausweitung zwischen Lüneburg und Dannenberg an Wochenenden. Statt alle vier fährt dort alle drei Stunden ein Zug, das ist schon einmal ein sanfter Einstieg in eine bessere Perspektive für die Wendlandbahn“, freut sich Frömming.
Überhaupt kein Verständnis zeigt der VCD für die neuerlichen Preiserhöhungen um durchschnittlich 3,9 Prozent. „Das ist angesichts der Konkurrenz zum Pkw und der Klimadebatte ganz sicher der falsche Weg!“, so Frömming. Der Nahverkehr in Niedersachsen hat in den vergangenen zehn Jahren bereits 50 Prozent neue Fahrgäste gewonnen. Angesichts alltäglicher Staus auf den Straßen geht der VCD aber noch von einem enormen Umsteigepotential für die umweltfreundliche Eisenbahn aus. Die Wiederbelebung von wichtigen Regionalstrecken findet in diesem Jahr auch wieder nur in den Nachbarländern statt. So werden in Hessen Pfungstadt (24.600 Einwohner) und in Nordrhein-Westfalen Brilon (26.300) seit vielen Jahren wieder mit modernen Nahverkehrszügen angebunden. „Niedersachsens Fläche steht unter der derzeitigen Landesregierung weiter außen vor. Obwohl vor Ort deutliche kommunale Bestrebungen existieren, gibt es immer noch keinen konkreten Fahrplan für eine Reaktivierung der Anbindungen nach Aurich (40.500) oder Nordhorn (53.000). Viele weitere Projekte, etwa der Moorexpress Stade - Bremervörde – Bremen oder Rinteln – Stadthagen, kommen einfach nicht voran, weil die Landespolitik mit der Fixierung auf noch mehr unnötige und teure Straßenprojekte schlichtweg den Anschluss an eine zukunftsfähige Verkehrspolitik verpasst,“ so Frömming.