Für alle ein ganz besonderes Jahr

(Sanitätsdienst Formel E Berlin) Zu den Höhepunkten der letztjährigen Sanitätsdienste gehörte die Absicherung eines Formel E-Rennwochenendes in Berlin. (Foto: JUH/J.R.
 
Noch vor dem ersten Lockdown bildeten die Johanniter in Schwarmstedt erfolgreich ein Team von ehrenamtlichen Sanitätshelfern aus. (Foto: JUH/D. Lawrenz)
 
(OV Aller-Leine RTW neu): Besonders stolz ist man auf die beiden neuen Rettungstransportwagen (RTW) der Wache Schwarmstedt. Foto: JUH/D. Lawrenz (Foto: D.Lawrenz)

Trotz Corona viel Positives bei den Johannitern im Aller-Leine-Tal

Schwarmstedt. Seit dem vergangenen Jahr ist die Bevölkerung großen Herausforderungen ausgesetzt. Das neuartige Corona-Virus beherrscht das Leben der Menschen jeglichen Alters und sorgte für neue Regelungen im Zusammenleben und vor allem auch für einen neuen Blick auf die anspruchsvollen Leistungen des medizinisch und pflegerisch tätigen Personals. Besondere Anforderungen stellt die Corona-Situation auch an die Johanniter im Ortsverband Aller-Leine. Während man zunächst noch sehr positiv in das neue Jahr 2020 gestartet war und in den Bereichen Rettungsdienst, Hausnotruf, Breitenausbildung, Schnell-Einsatz-Gruppe und Johanniter-Jugend bestens aufgestellt war, musste man im ersten Lockdown Mitte März feststellen, dass die Situation alle Fachbereiche stark beeinträchtigen würde.
Bereits ausgebuchte Erste-Hilfe-Kurse und die Ausbildung von Ersthelfern in Betrieben mussten kurzfristig ausgesetzt werden, ebenso wurde die Ausbildung im Schulsanitätsdienst an den Schulen in Rethem, Hodenhagen und Schwarmstedt eingestellt. „Dank strenger Hygiene- und Abstandsregeln konnten ab Ende Juni wieder Erste-Hilfe-Kurse im Johanniter-Zentrum mit eingeschränkter Teilnehmerzahl stattfinden“ freut sich Tomas Blunck, hauptamtlicher Erste-Hilfe Ausbilder im OV Aller-Leine über die Fortsetzung der Kurse, die allerdings nur bis zum zweiten Lockdown im November gelten sollte. Blunck, der im vergangenen Jahr, erfolgreich die Qualifizierung zur Ausbildung der Ersten Hilfe am Kind absolviert hat, hofft nun auf einen baldigen Startschuss für die Breitenausbildung, auch um die starke Nachfrage nach Erste-Hilfe-Kursen befriedigen zu können.
Für die „Doppelspitze“ der Johanniter im Aller-Leine-Tal, in Person von Marc Nieber und Klaus Kramer, haben die haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Ortsverbandes die außergewöhnlichen Herausforderungen im Rettungsdienst und in der Schnell-Einsatz-Gruppe bis heute sehr gut gemeistert. Sie alle haben sich in dieser schwierigen Situation, vorbildlich verhalten. „Vor allem unsere ehrenamtlich Tätigen haben ein herausragendes Engagement
gezeigt und waren immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurden“ lobt Nieber die Mitglieder im Bereich Bevölkerungsschutz und Sanitätsdienst des OV Aller-Leine.
Das Leitungsteam mit Christian Simon, Diana Gorskova und Julian Redlich konnte mit insgesamt 73 Helfenden sogar einen Zuwachs von sieben Mitgliedern verzeichnen. Die Anzahl der geleisteten Sanitätsdienste ging zwar Corona-bedingt auf zwölf (2019 waren es noch 61) zurück, doch die Anzahl der Helferstunden, die aktiv in Einsätzen und Hilfeleistungen erarbeitet wurden, nahm in hohem Maße zu. Zu den insgesamt 6.713 Stunden geleisteten Helferstunden zählen, über 2.100 Stunden im Corona-Testzentrum am Flughafen Langenhagen und Testungen in zwei Pflegeheimen im Heidekreis. Dazu kommen noch Bereitstellungen bei unterschiedlichen Schadenslagen wie dem großen Waldbrand an der Bundesautobahn 7 im August des vergangenen Jahres mit 150 Stunden oder bei einer Reihe von Bränden zu Jahresbeginn in Essel. Weiterhin zeichnet die zuverlässige und qualifizierte Bereitstellung eines Rettungswagens in besonderen Einsatzlagen das Engagement der ehrenamtlichen Johanniter. Auch das alljährliche Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder der Motorradstaffel/Stauhilfe ist besonders erwähnenswert. Wegen der Corona-Pandemie erst später in die Saison gestartet, waren alle Einsätze der Ersthelfer auf Zweirädern wieder enorm wichtig. So versorgten sie beim Brand auf der A7 die im Stau Stehenden mit Getränken und unterstützten die Einsatzkräfte während des mehrstündigen Einsatzes.
Besonders freut man sich in diesem Bereich über die Qualifikation von Ehrenamtlichen zu Sanitätshelfern, die im Jahre 2020 zum zweiten Mal in Folge im eigenen Hause stattfinden konnte.
Auch das Leitungsteam konnte sich weiter qualifizieren. An der Johanniter-Akademie in Hannover absolvierten sie erfolgreich den Lehrgang zur Organisatorischen Leitung Rettungsdienst (OrgL). Leider konnten die Dienstabende nicht im Johanniter-Zentrum stattfinden und somit blieb das gemeinschaftliche Leben auf die Online-Dienstabende oder auf das Treffen während der Einsätze beschränkt.
In den Rettungswachen in Schwarmstedt und Rethem/Aller legten Mitarbeiter im Rettungsdienst mit drei Rettungstransportwagen (RTW) zahlreiche Kilometer zurück. Dabei waren in Schwarmstedt erstmals zwei neue hochmoderne Transportmittel im Einsatz. Bei 3109 Notfalleinsätzen und 266 Krankentransporten leisteten sie wertvolle Hilfe.
Sabrina Haverichter, Leiterin des Rettungsdienstes, verantwortlich für die Ausbildung des Rettungsdienst-Nachwuchses und der Weiterqualifizierung des bestehenden Teams, konnte im Jahr 2020 in beiden Lehrrettungswachen in Schwarmstedt und Rethem vier Auszubildende im praktischen Teil ihrer Ausbildung einsetzen. Zusätzlich gewannen vier Absolventen eines Freiwilligen Dienstes (FSJ und BFD) bei den Johannitern im Hausnotruf-Einsatzdienst einen wichtigen Einblick in die Arbeit der Johanniter im Ortsverband Aller-Leine.
Die Zahl der Kunden, die im Jahr 2020 den Johanniter-Hausnotruf nutzten und sich dadurch ein Stück weit selbständiger und sicherer in ihren eigenen vier Wänden gefühlt haben dürften, hat erneut zugenommen. Bei insgesamt 561 (518) Einsätzen leistete das Hausnotruf-Einsatzdienst-Team, das im südlichen Heidekreis und über dessen Grenzen hinaus tätig ist, rund um die Uhr schnelle und kompetente Hilfe.
Besonders betroffen von der Corona-Situation ist und war die Johanniter-Jugend unter Leitung von Niclas Jaruschewski. Da die wöchentlichen Treffen im Johanniter-Zentrum nicht mehr erlaubt waren, gab es im abgelaufenen Jahr keine Gruppenstunden. Leider mussten auch der beliebte Zukunftstag für Schülerinnen und Schüler sowie das geplante Sommerferienprogramm aufgrund des Lockdowns abgesagt werden.
Zum Ende des Jahres hatten die Johanniter wieder zu Spenden von Paketen für die bundesweite Johanniter-Aktion „Weihnachtstrucker“ aufgerufen. Der Ortsverband bedankt sich hiermit nochmals bei allen, die dafür gesorgt haben, dass auch aus Schwarmstedt und Rethem Pakete in der Ukraine an bedürftige Familien abgegeben werden konnten. Der Dank der Ortsverbandsleitung gilt allen ehren- und hauptamtlichen Johannitern, die auch im vergangenen Jahr ihr Engagement, ihre Zeit und ihre Kraft in den Dienst des Nächsten gestellt haben. Danke auch an deren Familien und Angehörige, die dafür oftmals viel Verständnis aufbringen müssen.