Gehrs appelliert: „Vor Ort kaufen“

Freuen sich, dass in Schwarmstedt wieder was geht: Die Geschäftsleute Wilfried von Bostel (von links), Marion Messe-Hensold Olaf Plesse, Wilhelm Heine, Sonja von Bostel und Bürgermeister Björn Gehrs. Foto: A. Wiese

In Schwarmstedt vergeben die Geschäfte seit Montag Einkaufstermine

Schwarmstedt (awi). „Nutzen Sie das Angebot in Schwarmstedt und nehmen Sie die Möglichkeit wahr, jetzt wieder nach Terminvereinbarung bei Ihren Einzelhändlern vor Ort einzukaufen“, appelliert Samtgemeinde-Bürgermeister Björn Gehrs an die Bürger aus Schwarmstedt und Umgebung. Denn der Sieben-Tages-Inzidenzwert weit unter 100 schon am letzten Wochenende macht es seit Montag möglich, dass Modegeschäft, Schuhhaus und Kaufhaus Kunden nach vorheriger Terminvereinbarung wieder in ihr Geschäft lassen dürfen.
In den Wochen und Monaten davor haben Schuhhändlerin Sonja von Bostel, Modeverkäuferin Marion Messe-Hensold, Kaufhausinhaber Wilhelm Heine und viele andere Geschäftsleute aus Schwarmstedt, die während des Lockdowns ihre Einzelhandelsgeschäfte schließen mussten, am Telefon bestellte Ware den Kunden am Fenster oder der Tür auszuhändigen, und am nächsten Tag das zurückzunehmen, was die Kunden nicht behalten wollten. Doch selbstverständlich war der Umsatz auf diese Weise verschwindend gering. Die Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt, die Eigentümer konnten die wenigen Handgriffe selbst erledigen. Auch jetzt mit der Möglichkeit der Öffnung nach Terminvereinbarung läuft es nur schleppend an. Viele Kunden sind noch verunsichert, was man darf und was nicht, wissen die Geschäftsleute. Für Gastwirt Olaf Plesse aus Buchholz ändert sich noch gar nichts. Er hat lediglich nach Ankündigung Außer-Haus-Verkauf. Zwar soll möglicherweise Ende des Monats Außengastronomie zulässig sein, aber auch dann wird sich die komplette Öffnung seines Gasthauses noch nicht lohnen, rechnet der Gastwirt vor. Ihm fehlen vor allem die Feste und Familienfeiern.Er hofft, im Sommer wieder ins halbwegs normale Geschäft einsteigen zu können. Wilhelm Heine vom Kaufhaus Heine kann die Verordnungs-Auflagen nicht nachvollziehen: „Warum dürfen bei Aldi 95 Kunden rein und bei uns einer? Diese Corona-Maßnahmen sind sehr fragwürdig!“ So sieht Gastwirt Plesse das auch: In der Gastronomie sei durch die Kontaktbögen der Durchlauf vollständig transparent gewesen und sie habe trotzdem schließen müssen. Ihre Geschäfte auf Online-Shops umzustellen, hätte sich für sie nicht gerechnet, sagen Marion Messe-Hensold, Wilhelm Heine und Sonja von Bostel vom Schuhhaus unisono. Kontaktaufnahme übers Internet und per E-Mail sei ok, ein richtiger Online-Shop nicht umsetzbar. Ärgerlich sei auch, dass es keine belastbaren Informationen gegeben habe, berichtet Heine. Auch bei der IHK und beim Landreis habe ihm keiner sagen können, was nach der neuesten Verordnung ab 8. März erlaubt sei. Das bestätigt auch Sonja von Bostel. Ihr Bruder Wilfried hat es einfacher. Post und Lottoladen waren auch im Lockdown geöffnet, der allerdings nur, weil es dort Tageszeitungen gab.