Grindel sprach mit de Maizière über Munster Reduzierung der Soldaten deutlich unter 1000 / CDU-Bundestagsabgeordneter kritisiert Bürgermeister

Sprachen über die Zukunft Munsters: Verteidigungsminister Thomas de Maizière und der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel.
Nach Gesprächen mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière und führenden Militärs im Bundesverteidigungsministerium sieht sich der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel in seiner Auffassung bestätigt, dass die Reduzierung des Bundeswehrstandorts Munster keine dramatischen Auswirkungen für die Stadt mit sich bringt. „Der entscheidende Punkt ist, dass eine Reihe von Dienstposten, die im Zahlenwerk des Ministeriums auftauchen, gar nicht besetzt oder nicht mehr vorhanden sind. Das weiß jemand wie General Klaus Feldmann auch. Der größte Teil der Reduzierung entfällt außerdem auf den Wegfall von zwei Rekrutenkompanien im Zuge der Abschaffung der Wehrpflicht. Damit ist aber nicht der Umzug ganzer Familien verbunden“, betonte Grindel. Im Bereich der zivilen Beschäftigten ist in der öffentlichen Debatte die Zahl der bisherigen Dienstposten (1.170) und die Zahl der „Köpfe“, die diese besetzen (1.519), oftmals verwechselt worden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete hob außerdem hervor, dass völlig übersehen werde, dass die Zahl der Lehrgangsteilnehmer überhaupt nicht im Zahlenwerk auftauche, weil sie an mehreren Standorten ihren Dienst versehen. „Nach Auskunft des Ministeriums sind durchschnittlich 1.400 Lehrgangsteilnehmer in Munster. Das wird wegen der Verstärkung des Offizieranwärterbataillons eher mehr werden“, sagte Grindel. Dieses sei auch eine wichtige Erkenntnis für einige Vermieter, die sich jetzt Sorgen machten, ob es noch eine Nachfrage von Soldaten nach Wohnraum gebe. „Davon ist selbstverständlich weiterhin auszugehen, gerade wegen der sehr hohen Zahl von Lehrgangsteilnehmern.“ Insgesamt geht der Abgeordnete von einem Verlust von 500 bis 600 Dienstposten aus, was ungefähr zehn Prozent entspricht. Angesichts einer Verringerung des Bundeswehrumfangs um 30 Prozent sei das für Munster ein gutes Ergebnis. Durch den Aufwuchs beim Brigadestab, dem Artilleriebataillon und dem Panzerbataillon gebe es außerdem die Chance, dass neue Familien nach Munster kommen, weil die Arbeits- und Ausbildungsplatzchancen hier größer seien als in den neuen Ländern oder in Rheinland-Pfalz, wo die Soldaten bisher stationiert seien. Es sei auch nicht gesagt, dass jeder Soldat, der wegstationiert werde, tatsächlich mit seiner Familie umziehe. Grindel kritisierte deshalb Bürgermeister Adolf Köthe für seine kritische Bewertung der Standortentscheidung. „Ich kann nicht verstehen, weshalb Herr Köthe die Zukunft seiner Stadt zu einem Zeitpunkt so schlecht redet, wo es gilt, die Attraktivität Munsters zu betonen angesichts der Familien, die sich jetzt entscheiden, bei uns wohnen zu bleiben oder zu uns zu kommen. Mit Horrorszenarien und Griesgrämigkeit gewinnt man keine neuen Bürger“, schrieb der CDU-Abgeordnete dem Bürgermeister ins Stammbuch. Munster habe auch ausreichend Zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen. Man dürfe jetzt den Soldaten keine Angst machen, als ob sie morgen schon an einem anderen Standort dienen müssten. Grindel: „Thomas de Maizière hat mir bestätigt, dass die neue Struktur der Bundeswehr etwa 2015 eingenommen worden sein wird. Es gibt also ausreichend Zeit, damit sich betroffene Familien in Ruhe auf die neue Situation einstellen können. Die Realisierungsplanung wird Ende Juni abgeschlossen sein. Dann haben alle Planungssicherheit.“ Danach sollten sich nach den Worten des CDU-Abgeordneten alle Verantwortlichen an einen Tisch setzen und die Zukunft Munsters planen.