Heidekreis auf der ceBIT 2013

Gemeinschaftsentwicklung mit dem Land Niedersachsen vorgestellt

Heidekreis. Am ersten Tag der ceBIT 2013, der weltgrößten Messe für Informationstechnologie, hat der Heidekreis eine innovative Neuheit präsentiert: Gemeinsam mit dem Land Niedersachsen entwickelte ein Projektteam des Heidekreises eine Online-Anwendung, mit der vielfältige Formblätter zum Thema Bauen von allen Baubeteiligten per Internet erfasst und übermittelt werden können. „Die neue Lösung“, erläuterte Helma Spöring, Erste Kreisrätin des Heidekreises, „zeichnet sich durch eine besonders einfache Handhabung aus. Zudem ist sie nahtlos in die digitalen Bearbeitungsabläufe des Heidekreises integriert.“
Zu allen Verwaltungsverfahren rings um das Thema Bauen werden künftig einheitlich gestaltete Anträge und Formblätter bereitgestellt. Nach einer unkomplizierten Anmeldung steht den Kunden ein persönlicher „Schreibtisch“ im Internet zur Verfügung. Dort können die Formblätter so lange bearbeitet und aufbewahrt werden, bis alle notwendigen Unterlagen beisammen sind. Sobald die Pläne, Entwürfe und Schriftstücke, die beispielsweise für einen Bauantrag benötigt werden, auf dem Online-Schreibtisch bereit liegen, muss nur noch elektronisch „unterschrieben“ werden. Dann kann die Übermittlung an den Heidekreis erfolgen. Alles Weitere geht automatisch: Von den Serversystemen des Landes werden die Unterlagen auf gesicherten Übertragungswegen direkt in die elektronische Akte des Heidekreises übermittelt. Verwaltungsverfahren können so mit minimalem Aufwand, ohne teure Plan-Kopien und ohne Verzögerung durch den Postversand, ausgelöst werden.
Das neue System ist ein weiterer Baustein in einem engagierten, mehrjährigen Veränderungsprojekt des Heidekreises. Bereits seit einem Jahr erfolgt die Aktenführung im Baugenehmigungsverfahren vollständig elektronisch. Als einem der ersten Landkreise in Niedersachsen war es gelungen, auf herkömmliche Bauakten zu verzichten. Nun sollen weitere Verwaltungsverfahren zum Bauen und Planen in die neue elektronische Verwaltungsarbeit übernommen werden.
„Diese Veränderungen nutzen den Verwaltungskunden und der Verwaltung gleichermaßen“, berichtete die Erste Kreisrätin. „Auf Seiten der Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen wird Aufwand und Zeit gespart. Und auch die Bearbeitung in der Verwaltung wird effizienter.“ Die Umstellung allerdings ist aufwändig. Interne Abläufe müssen verändert und Softwarelösungen angepasst werden. „Vor allem aber“, so Spöring, „braucht es engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Landkreisverwaltung, die neben ihren Tagesaufgaben die notwendigen Veränderungen vorbereiten und gestalten.“
Bei ihrem Vortrag im „Public Sector Park“ der ceBIT über die Strategien des Heidekreises zur Verwaltungsentwicklung hob Spöring eine wichtige Voraussetzung hervor: Kooperation. Moderne Verwaltungen müssen sich genauso eng vernetzen, wie das die Wirtschaft längst praktiziert. „Ohnehin arbeiten die Behörden in vielen Themenbereichen arbeitsteilig. Was liegt also näher, als auch die komplexe Informationstechnik gemeinsam nutzbar zu machen und so Aufwand zu sparen“, erläuterte Spöring.
So ist es kein Zufall, dass der Heidekreis seine Neuentwicklung am ceBIT-Stand des Landes Niedersachsen präsentiert. Die Entwicklungen wurden gemeinsam mit dem Innenministerium in Hannover auf den Weg gebracht. Und nicht zuletzt teilten sich die Partner die anfallenden Kosten. Das kommt auch anderen zugute: Weitere Landkreise in Niedersachsen interessieren sich bereits für die neue Online-Anwendung, die allen Verwaltungen des Landes zur Verfügung steht.