Informationsabend für Bürger

Ganz beschaulich und schön liegt Suderbruch in der Samtgemeinde Schwarmstedt – ein CO2-Endlager würde diese Idylle gefährden. Foto: Aydogan Zihli

Ausführlich Diskussion über ein eventuelles CO2 Endlager

Suderbruch (az). Erhebliche Unruhe hatten in den letzten Wochen die Berichte über ein mögliches CO2 Endlager am möglichen Standort Suderbruch ausgelöst. Deshalb lud der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs die Bürger zu einem Informationsabend nach Suderbruch ein und stellte sich zusammen mit Johannes Peter Gerling von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und Bernhard Stilke vom Bund für Umwelt und Naturschutz den Fragen der Bürger. ,,Ich hätte nie gedacht das Suderbruch als Standort in Frage käme'', sagte Björn Gehrs zu Beginn der Veranstaltung. Besondere Sorge habe man, weil nicht nur eine Speicherung geplant sei, sondern es sich um ein Endlager handeln soll. Peter Gerling von der Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe zeigte den Bürgern anhand einer Präsentation verschiedene Möglichkeiten, wie die ganze Endlagerung ablaufen könnte.
Zu Beginn ging es erst ein mal um die Frage, wo man CO2 überhaupt speichern könnte. Zur Klärung dieser Frage wurde ein Karte von Greenpeace gezeigt, in der potentielle Standorte verzeichnet waren, jedoch war diese Karte nicht vollständig. Ein wichtiger Grund für diese Endlager ist die globale Erderwärmung. Die verheerenden Auswirkungen dieser Entwicklung sind höhere Jahrestemperaturen, mehr Niederschlag im Sommer und weniger Grundwasserneubildung.
Für Peter Gerling gibt es drei Grundlösungen: Energieeffizienz steigern, Verbrauch mindern, erneuerbare Energien ausbauen und fossile Energien sauber machen. Das CO2 würde in mindestens 800 bis 1000 Meter in die Erde gebracht werden, in dieser Tiefe würde sich das Gas verflüssigen und somit nicht mehr soviel Platz einnehmen, wie in Gasform. Die Sicherheit hätte trotz alledem oberste Priorität. Mehre Erdschichten sollen für den Schutz des Grundwassers sorgen. In Ländern wie Norwegen und Algerien wird die CO2- Speicherung bereits so betrieben.
Ganz so problemlos sah Bernhard Stilke vom Bund für Umwelt und Naturschutz diese CO2-Endlager allerdings nicht. Er machte anhand eines Beispiels deutlich, dass selbst bereits korrekt verschlossene Bohrlöcher wieder auf gehen können, außerdem bürge diese Endlagerung auch ein gewisses Erdbebenrisiko. Besonders zu beachten seien auch die möglichen gefährlichen chemischen Reaktion, die von statten gehen könnten, von den hohen Kosten eines solchen Endlagers ganz abgesehen. Somit sind für ihn die tatsächlichen Auswirkungen und Gefahren eines solchen Endlagers überhaupt noch nicht abzuschätzen und müssten gründlich geklärt werden. Die Bürger hatten nach den Präsentationen noch die Möglichkeit Fragen zu stellen und die Bedenken der Bürgerschaft waren deutlich spürbar. Dieses Thema wird in naher Zukunft wohl noch viel Diskussionsstoff bieten. Björn Gehrs wies auch noch auf eine möglich stattfindende Veranstaltung in einigen Monaten hin, wo auch die Politik deutlich Stellung zu diesem Thema nehmen soll.