Infoveranstaltung zum Thema Organtransplantation

Pastorin Ina Welzel war die Referentin der zweiten Informationsveranstaltung zum Thema Organspende. Foto: U. Fischer

Wichtigste Voraussetzung ist eine freiwillige und bewusste Entscheidung

Schwarmstedt. Ina Welzel ist „Anwältin des Emotionalen“. So beschreibt sie selber ihre Aufgabe, wenn es um das Thema Organtransplantation geht. Die Pastorin betreut als Seelsorgerin an der Klinik Fallingbostel Patienten vor und nach einer Transplantation. Auf Einladung des Fördervereins „St. Laurentius Aktiv e.V.“ und des Johanniter Ortsverbandes Aller-Leine hielt Welzel jetzt nach der Informationsveranstaltung mit Dr. Matthias Riedel einen zweiten Vortrag zu ethischen und theologischen Fragen der Organtransplantation.
„Dies ist keine Werbeveranstaltung, bei der es darum geht, so viele Organspendeausweise wie möglich auszuteilen“, macht Welzel gleich zu Beginn des Informationsabends den über 20 Teilnehmern im evangelischen Gemeindehaus in Schwarmstedt klar. Vielmehr möchte sie ihren Zuhörern Argumente, Gefühle und Gedanken an die Hand geben, damit jeder zu
einer eigenen Entscheidung kommen kann. Welzel gelingt dieses in ihrem
anderthalbstündigen Vortrag auf ganz eindringliche Weise.
Einfühlsam und mit Beispielen aus ihrer Arbeit beschreibt die 56jährige Pastorin die Sicht beider Seiten. Angehörige geraten durch den Tod eines geliebten, meist jungen und gesunden Menschen in die größte Krise ihres Lebens. In dieser für sich alleine schon belastenden Situation werden sie mit der Frage nach der Organentnahme konfrontiert, die zudem noch schnell entschieden werden muss. Auf der anderen Seite warten schwerkranke Menschen auf den Tod eines anderen Menschen, um eine Chance auf ein
weiteres Leben zu bekommen. „Bei der postmortalen Organspende wird das Schicksal zweier Menschen auf Leben und Tod zusammengefügt“, so Welzel. Um Angehörigen die Entscheidung abzunehmen, muss zu Lebzeiten darüber gesprochen werden. Als wichtigste ethische Voraussetzung und alles entscheidendes Kriterium sieht Welzel die freiwillige und bewusste Entscheidung. „Es ist auch keine Spende oder Geschenk, sondern vielmehr ein Erbe, wenn wir uns entscheiden, nach unserem Tod anderen Menschen unsere Organe zur Verfügung zu stellen“, beschließt Welzel ihren Vortrag.
ionen im Rahmen des 60jährigen Jubiläums unter www.johanniter.de.