Keine Schweinemast am Badesee

Der Verband Wohneigentum Schwarmstedt macht jetzt mit neuem Schild gegen den geplanten Mastbetrieb aufmerksam.

Verband Wohneigentum stellt neues Schild auf

Essel. Es kann schlimmer kommen als man je geglaubt hat, so hieß es kürzlich beim Verband Wohneigentum Schwarmstedt. Schon fast in Vergessenheit geraten sind die Proteste gegen den 2008 geplanten Schweinemastbetrieb 100 Meter gegenüber dem Badesee in Essel. Dieser mit einer halben Million Euro aus EU-Mitteln 2004 erbaute Badesee an der Kreuzung der B214 und der L190 in Schwarmstedt ist mittlerweile zu einem beliebten Ort der Erholung geworden.
Geplant waren vier Stallungen für insgesamt 6.000 Schweine. Ein erster Bauantrag für einen Stall mit 1.500 Schweinen wurde trotz heftiger Proteste der Bürger genehmigt. Die Gutachten für den Endausbau sind ebenfalls bereits erstellt.
Enttäuscht musste man damals hinnehmen, dass ein Badesee keinen besonderen Schutz genießt und die Privilegierung der Bauern in vollem Umfang greift. In einem Schreiben bezüglich der MRSA-Ausbreitung gab Prof. Dr. W. Witte vom Robert Kochinstitut auf Anfrage des Verbandes folgende Antwort: „Stallstaubpartikel (nicht zu verwechseln mit gasförmigen Emissionen) können mehr als 100 Meter weit in Windrichtung weiterverbreitet werden... Rein vorsorglich sollte deshalb ausgeschlossen werden, dass es zu einer Sedimentation von Stallstaub im Bereich des Badesees kommen kann.“ Der Landkreis verwies in einer diesbezüglichen Anfrage nur darauf, dass diese Untersuchungen noch nicht in Gesetze eingeflossen und damit nicht anwendbar sind. Auch ein Versuch des Rates, die Bedeutung des Badesees durch ein unmittelbar anschließendes Erholungsgebiet aufzuwerten wurde von der gleichen Genehmigungsbehörde mit immensen Lärmschutzauflagen niedergeschlagen. Als nach drei Jahren ohne Baubeginn eine Verlängerungsfrist vom Besitzer beantragt wurde, war von einer Suche nach Alternativgrundstücken die Rede. Jetzt aber tauchte eine Zeitungsanzeige in der „Land und Forst“ auf, in der für dieses Bauvorhaben mit der erteilten Baugenehmigung ein Käufer oder Investor gesucht wird. Dies führte im Verband Wohneigentum Schwarmstedt und bei den Bürgern zu großem Unverständnis und es wird die Frage gestellt, ob die Privilegierung jetzt zu einem schwunghaften Handel mit Baugenehmigungen führt und wann der Gesetzgeber endlich reagiert und das Baugesetzbuch zum Schutze von Bürgern und Natur nachhaltig ändert.
In einer ersten Reaktion wurde das einem Sturm zum Opfer gefallene Schild am Badesee jetzt wieder aufgestellt. Außerdem will der Verband den Rechtsfragen nachgehen und die Übertragung der Genehmigung im Falle eines Verkaufs hinterfragen.