Kinder schauen sich im Zirkus um

Die Kinder der Fuchsgruppe des Kindergartens Auf dem Loh genossen das Ponyreiten beim Zirkus.

Zirkus Belly spielt noch heute und morgen am Varrenbruch

Schwarmstedt (awi). Die Fuchsgruppe aus dem Kindergarten Auf dem Loh in Schwarmstedt hatte am Mittwoch ein ganz besonderes Erlebnis: 23 Kinder besuchten mit ihren Betreuerinnen Monika Hoya und Johanna Marquardt den Zirkus Belly, der zurzeit auf dem Gelände der Oldtimerfreunde am Varrenbruch gastiert, bereits gestern eine Vorstellung gegeben hat und zu weiteren Vorstellungen heute um 17 Uhr und morgen um 11 Uhr einlädt. Mutter Sabrina Krüger hatte den Kontakt zur Zirkusfamilie Klaus Köhler hergestellt und organisiert, dass die Kinder hinter die Kulissen schauen und auf den beiden Welsh-Ponys Piccolo und Mafasa durch die Manege reiten durften. „Ich bin seit 24 Jahren mit Klaus Köhler und seinen Kindern befreundet", berichtet Sabrina Krüger. Sie habe damals über eine Ferienaktion Kontakt zum Zirkus Belly bekommen und diesen gehalten. "Heute bin ich Pate bei einem Kind der Familie Köhler und die sind Paten bei meinem Kind", erzählt Sabrina Krüger, die es sich nicht nehmen lässt, eines der Ponys selbst zu führen. Ponys, Friesen, Kamele, Lamas und Hundewelpen begeistern die Kinder und ihre Betreuer. Und natürlich sind sie auch stolz, mit Klaus Köhler einen leibhaftigen Zirkusdirektor kennenlernen zu dürfen. Als 14-facher Großvater und Vater von sechs Kindern hat der über Siebzigjährige natürlich ein Händchen für Kinder. Und er freut sich über den Umschlag, den ihm Sabrina Krüger überreicht, denn die Eltern haben gesammelt, um sich dafür zu bedanken, dass ihre Kinder Zirkusluft schnuppern durften.
Klaus Köhler hofft auf gute Resonanz bei den Vorstellungen in Schwarmstedt. Anschließend wird der Familienzirkus nach Wunstorf weiterziehen.Nach sechs Monaten Zwangspause durch Corona ist Köhler froh, wieder aktiv werden zu können. Sein Zelt hat eine Größenordnung, die es ihm ermöglicht, die strengen Abstandsregeln und Hygienevorschriften einzuhalten, die ihm das Spielen wieder erlauben. Und er will und muss spielen, denn staatliche Hilfen habe der Zirkus Belly nicht erhalten, berichtet Köhler im Gespräch mit den ECHO. „Wir waren im März in Bremen-Oberneuland gestrandet, als wir nicht mehr weiterziehen durften. Doch als ich dort den Antrag auf Unterstützung gestellt habe, hieß es, das müsse ich ich Hamburg machen, wo meine Gewerbekarte angemeldet sei. Als ich dann in Hamburg vorstellig wurde, sagte man mir, die Fördertöpfe wären leer. Wir haben uns nur durch die großzügige Unterstützung von Freunden über Wasser halten können", so Köhler. Dennoch sieht er in auch ohne Corona schon schwierigen Zeiten für die kleinen Wanderzirkusunternehmen eine Zukunft für den Traditionszirkus Belly, dessen Schicksal er einmal gleichberechtigt in die Hände seiner Kinder legen will. Die Enkelschar, die mit seiner Familie von Stadt zu Stadt zieht, ist sein Garant für die Zukunft. "Unsere Familie hat schon immer Zirkus gemacht. Das wird auch so bleiben."