Kirchenkreis verabschiedet Finanzplanung

Superintendent Ottomar Fricke bei der Vorstellung der Planungszahlen.

Ottomar Fricke: „Weitere Einsparungen nötig“

Heidekreis. Der Kirchenkreistag des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Walsrode hat nun die Finanzplanung fur den kommenden Planungszeitraum 2013 bis 2016 verabschiedet. Schon seit Monaten liefen die Vorbereitungen fur das Finanzkonzept. In Arbeitsgruppen aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern wurden Grundstandards fur die kirchliche Arbeit in den Handlungsfeldern Gottesdienst und Seelsorge, Kirchenmusik und Kulturarbeit, Bildungsarbeit, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Diakonie, Leitung des Kirchenkreises und Verwaltung erstellt. Darin wird eine Perspektive entwickelt, wie das kirchliche Leben in der Region zukunftig aussehen soll. Es wird festgehalten, was unbedingt notig und was wunschenswert ist, was aber auch bei knapperen finanziellen Mitteln entfallen kann.
Superintendent Ottomar Fricke bedankte sich zunachst bei allen Mitwirkenden fur die große geleistete Arbeit wie auch bei den Delegierten des Kirchenkreistages, die zur Vorbereitung dieser Sitzung besonders umfangreiches Material zu studieren hatten. Dann stellte Fricke die Grunde dar, aus denen im kommenden Stellenplanungszeitraum weitere Einsparungen notig seien. Dass die Zuweisungen der Landeskirche an den Kirchenkreis sich verringern, habe auf der einen Seite konjunkturelle und steuerrechtliche Ursachen: Da die Kirchensteuer an die Einkommenssteuer gekoppelt sei, hange ihre Entwicklung von politischen und wirtschaftlichen Faktoren ab, auf welche die Kirche keinen Einfluss habe. Auf der anderen Seite stehen auch sinkende Mitgliederzahlen der Kirchengemeinden. Entgegen landlaufiger Meinung liege dies jedoch weniger an Kirchenaustritten. Zwar leide auch die Kirche – ahnlich wie etwa Parteien und Gewerkschaften, Vereine und Verbande – unter dem rucklaufigen Engagement fur gemeinnutzige Aufgaben. Die Zahl der Kirchenaustritte gehe jedoch in den letzten Jahren zuruck und falle weniger ins Gewicht als die demographische Entwicklung (mehr Beerdigungen als Taufen) und vor allem der Wegzug von Kirchenmitgliedern aus der Region. So habe der Kirchenkreis in den letzten Jahren etwa siebenmal mehr Mitglieder durch die negative Bilanz von Wegzugen gegenuber Zuzugen verlo- ren als durch die von Austritten gegenuber Eintritten. Davon seien die einzelnen Kir- chengemeinden jedoch sehr unterschiedlich betroffen.
Nach der Einfuhrung stellten Ottomar Fricke und Dieter Goritz, der stellvertretende Leiter des Kirchenamts Celle, das umfangreiche Zahlenwerk fur den Planungs- zeitaum 2013 bis 2016 vor. Demnach mussen insgesamt 191.261 Euro einspart werden, wovon 148.241 Euro auf die 14 Kirchengemeinden und 43.020 Euro auf die Einrichtungen des Kirchenkreises entfallen. Umgesetzt werden mussen die Kurzungen vor allem bei den Personalkosten, da im Sachkostenbereich kaum noch Luft sei. Die zu erbringenden Anstrengungen der Gemeinden und Einrichtungen fallen dabei sehr unterschiedlich aus: Wahrend einige durch den Wegfall ohnehin frei werdender Stellen ihren Anteil ohne großere Probleme erbringen konnen, stehen andere vor strukturellen Schwierigkeiten. Am Ende wurden jedoch alle Sparbeschlusse mit großer Mehrheit verabschiedet.
Außerdem wahlte der Kirchenkreistag neue Mitglieder fur den Diakonieausschuss, in dem in den letzten Monaten mehrere Platze frei geworden waren: Pastorin Carola Holtin aus Bomlitz und Pastorin Rosl Schafer aus Walsrode werden als stimmberechtigte Mitglieder dem Ausschuss anhoren sowie als beratende Mitglieder Martina Hornbostel aus Schwarmstedt und Pastorin Maike Becker-Petzold aus Rethem, die zugleich Diakoniebeauftragte des Kirchenkreises ist.