Klimaschutz fängt vor Ort an

Expertengespräch über lokale Maßnahmen zum Klimaschutz: (v. l.)  Udo Sahling (Geschäftsführer Klimaschutzagentur Hannover), Dr. Claus-Jürgen Bruhn (Geschäftsführer Stadtwerke Soltau), Moderatorin Sonja Kapp und der Buchholzer Bürgermeister Björn Gehrs.

Mehr Unterstützung für Hausbesitzer nötig

Schwarmstdedt. Als ein gutes Beispiel für erfolgreichen Umweltschutz vor Ort wird im Landkreis häufig die Samtgemeinde Schwarmstedt und das Aller-Leine-Tal erwähnt. So auch auf der Fachveranstaltung „Lokales Handeln bringt globale Wirkung“ der FES-Stiftung. So produzieren allein die 20 Windkraftanlagen in der Gemeinde Buchholz Strom für 35.000 Haushalte.
Auch die neue Halle, der Kindergarten und die Grundschule in Buchholz werden mit einer Holzhackschnitzelanlage und damit mit heimischen Energien beheizt. In Schwarmstedt investiert die Gemeinde zudem in ein neues Blockheizkraftwerk. „Wir haben uns frühzeitig dem Thema gestellt und sind heute weiter als andere“, freut sich Bürgermeister Björn Gehrs.  Er sieht jedoch weiteren Handlungsbedarf. So  untersucht die Gemeinde Buchholz derzeit die Umstellung auf Ökostrom. Aber auch in privaten Haushalten gibt es viele Potentiale Energie und Geld zu sparen, machte der
Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Hannover Udo Sahling deutlich. Seine Agentur berät Hausbesitzer in der energetischen Sanierung. Im Schnitt investieren sie jeweils 30.000 Euro, wobei auch gesetzliche Anforderungen Hausbesitzer künftig zum Handeln zwingen. Angesichts dieser hohen Summen richtete der Buchholzer Bürgermeister an die anwesenden Bundespolitiker den Appell die Hausbesitzer mit den Problemen der nötigen Sanierung nicht alleine zu lassen. Seine Gemeinde hatte bereits vor  zwei Jahren aus eigenen Mitteln Zuschüsse an Hausbesitzer beschlossen, die eine Energieberatung in Anspruch genommen hatten. Das Programm konnte dann aber nicht durchgeführt werden, weil stattliche Förderrichtlinien dem entgegenstanden. Nicht nur dies gilt es zu ändern. Auch die künftige Finanzierung der Bundesförderung für Gebäudesanierungen muss noch geklärt werden.
„Dies ist  sehr wichtig, denn viele können ansonsten das Geld für die Sanierung nicht aufbringen und sind auf die Förderung angewiesen“, machte sich Björn Gehrs zum Fürsprecher der Hausbesitzer. Er verwies zudem auf die positive Wirkung auf den Arbeitsmarkt und die regionale Wirtschaft. Nach neuesten Berechnungen löst bei der Gebäudesanierung 1 Euro Fördermittel das 12-fache an Folgeinvestitionen aus.  Jährlich werden so bis zu 340.000 Arbeitsplätze im Mittelstand und Handwerk gesichert. Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm sollte daher auf hohem Niveau fortgeführt werden, zumal es  sich in Teilen „refinanziert“, machte Gehrs in dem Expertengespräch deutlich.