LEADER-Region Aller-Leine-Tal zieht positive Zwischenbilanz

Die Sieger der Solar-Bundeslieger: Rethems Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün-Voige (von links), Bürgermeister Wolfgang Rodewald aus Kirchlinteln, stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Leseberg der Stadt Rethem, Bürgermeisterin Kathrin Wrobel aus Häuslingen und Stefan Dreesmann.
Essel. Die Halbzeit der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 nahm die LEADER-Region Aller-Leine-Tal zum Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen und die Aktivitäten für die kommenden Jahre zu planen. Im Oktober folgten deswegen Interessierte dem Aufruf der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) und kamen im Schützenhaus Essel zum „LEADER-Zwischenstopp“ zusammen.
Die Veranstaltung zeigte: Das Aller-Leine-Tal ist sehr gut aufgestellt und durch LEADER hat sich die Region in vielen Handlungsfeldern positiv entwickelt. Besonders den Bereich erneuerbare Energien und Klimaschutz hat sich das Aller-Leine-Tal auf die Fahne geschrieben. Die Bestrebungen wurden dieses Jahr belohnt. Zwei Kommunen aus der Region haben sich gegen zahlreiche Mitbewerber in der Solarbundesliga 2018 durchgesetzt. Der Wettbewerb zeichnet Städte und Gemeinden in Deutschland aus, die die höchste Solarleistung pro Kopf aufweisen. Cort-Brün Voige, Samtgemeindebürgermeister von Rethem, sowie Stefan Dreesmann, aktives Mitglied der Projektgruppe E-Mobilität, nutzten den Rahmen der Veranstaltung und kürten die diesjährigen Gewinner. Die Sieger aus dem Aller-Leine-Tal, die zum ersten Mal auf Bundesebene glänzen konnten, sind:
Häuslingen – Sieger auf Bundesebene in der Größenklasse Kleinstgemeinden (bis 999 Einwohner); Kirchlinteln – Sieger auf Bundesebene in der Größenklasse Kleinstädte (5.000 bis 19.999 Einwohner); Rethem – dritter Platz auf Bundesebene in der Größenklasse Gemeinden (1.000 bis 4.999 Einwohner).
Die positiven Entwicklungen im Aller-Leine-Tal sind besonders den engagierten Akteuren zu verdanken. Insgesamt 23 Projekte konnten sie in der derzeitigen Förderperiode bislang auf den Weg bringen. Von acht im Regionalen Entwicklungskonzept definierten Leitprojekten, also Projekte, die einen besonderen Beitrag zur Zielverfolgung leisten, konnten fünf bereits, zumindest teilweise, umgesetzt werden.
Ein Beispiel, um zu veranschaulichen, welche Projekte im Aller-Leine-Tal durch LEADER realisiert werden, ist das Projekt „allerauto“. Die Regional- und Energiegenossenschaft Aller-Leine-Weser eG, die sich aus einer Projektgruppe heraus gegründet hat, hat dieses Impulsprojekt initiiert und entwickelt. Das Projekt überträgt das vor allem im urbanen Raum gängige Modell des Carsharings auf den ländlichen Raum. Den Nutzern stehen elektronisch betriebene Fahrzeuge zur Verfügung. Bislang ist das Projekt in Dörverden-Westen mit zwei Fahrzeugen gestartet. Schwarmstedt soll noch diesen Monat als zweiter Standort mit ebenfalls zwei Fahrzeugen folgen. Ein weiteres spannendes Projektbeispiel ist das Repair-Café“. Die Mitglieder des Vereins vom Ehmken Hoff haben dank LEADER-Mittel die Scheune auf dem Kulturgut wiederaufgebaut und geben den Menschen im Aller-Leine-Tal nun die Möglichkeit, ihre defekten Gebrauchsgegenstände unter Anleitung von Ehrenamtlichen zu reparieren. Das ist zum einen gut für die Umwelt, zum anderen bringt es Menschen – unabhängig von Ge-schlecht, Alter, Nationalität, Behinderung, Glauben oder Einkommen – in Kontakt.
Damit das Aller-Leine-Tal sich stets weiterentwickeln kann, werden immer neue Menschen gesucht, die sich aktiv beteiligen möchten und neue Impulse geben. Zurzeit sind zwei potenzielle Projekte vorgesehen, die das Aller-Leine-Tal weiter voranbringen können. Zum einen soll die seit 2006 existierende EnergieRoute umfassend aktualisiert und modernisiert werden. Als weiteres Thema sind Schulungen zur Pflege von Streuobstbeständen sowie die Nutzung von Streuobstwiesen zur Umweltbildung mit LEADER-Mitteln des Aller-Leine-Tals geplant.
Wenn Sie Interesse an den Projekten EnergieRoute oder Streuobstwiesen haben oder wenn Sie andere Ideen über LEADER verwirklichen möchten, kontaktiert das LEADER-Regionalmanagement des Aller-Leine-Tals (Lisa Hitzmann und Tanja Frahm, vom Büro KoRiS, Telefon (05 11) 59 09 74 30 oder hitzmann@koris-hannover.de).