Neu: Schuldnerberatung in Schwarmstedt

Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs (links) und Alexander Bach machen auf das neue Schuldnerberatungs-Angebot im Werkstattraum am Uhle-Hof Schwarmstedt aufmerksam. Foto: B. Stache

Björn Gehrs: „Ich freue mich sehr, dass es dieses Beratungsangebot jetzt hier vor Ort gibt“

Schwarmstedt (st). Die Schuldnerberatung Lüneburger Heide e.V. bietet nun auch in Schwarmstedt ihre Unterstützung an. Jeden Montag, erstmals am 3. September, steht die Tür zum Werkstattraum am Uhle-Hof jeweils von 17 bis 19 Uhr für die Schuldnerberatung offen. Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs und Diplom Betriebswirt Alexander Bach, Insolvenz- und Schuldnerberater, haben das neue Angebot jetzt bei einem Pressetermin vorgestellt. Für bedürftige Ratsuchende wird die Schuldner- und Insolvenzberatung grundsätzlich kostenfrei angeboten. Das Land Niedersachsen übernimmt die Kosten der Schuldnerberatung. Sie steht in erster Linie Privatpersonen offen, aber auch Handwerkern und Gewerbetreibenden. „Wir dürfen auch P-Kontobescheinigungen ausstellen“, machte Alexander Bach deutlich. Die Bescheinigung dient dazu, ein Konto vor Pfändungen zu schützen. „Ich freue mich sehr, dass es dieses Beratungsangebot jetzt hier vor Ort gibt. Wir unterstützen dieses Vorhaben, indem wir das Beratungszimmer hier im Werkstattraum der Samtgemeinde zur Verfügung stellen“, erklärte Björn Gehrs. „Ich hoffe natürlich auch, dass durch frühzeitige Beratung den Menschen hier geholfen wird. Kurze Wege sind das Ziel.“ Berater Alexander Bach verwies darauf, dass es in Walsrode die ADN Schuldnerberatungsstelle sowie eine diakonische Beratungsstelle gibt. „Wir haben zwei Mal im Jahr einen gemeinsamen runden Tisch“, berichtete Bach über die Zusammenarbeit. Der Landkreis Heidekreis sei in Sachen Schuldnerberatungsstellen gut abgedeckt – ganz ohne Wartezeiten. Die Schuldnerberatung Lüneburger Heide e.V. ist auch in Soltau, Celle, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg vertreten. „Wir haben pro Beratungsstelle im Jahr zirka 250 Insolvenzen oder Vergleiche. Beratungsgespräche machen etwa das Dreifache aus“, zählte Alexander Bach auf. Gründe, eine Schuldnerberatungsstelle aufzusuchen, seien vielfältig. Mal ist es die Umschuldung für das Haus, finanzielle Probleme, die nicht immer mit Schulden zusammenhängen müssen oder eine hohe Anzahl von Versicherungen. „Die Hemmschwelle, zur Schuldnerberatung zu kommen, ist unheimlich hoch“, weiß Berater Bach aus Erfahrung. „Die meisten kommen zu spät – wenn das Konto schon gepfändet wird oder
eine Lohnpfändung bevorsteht.“ Wer merkt, in diesen Bereichen nicht mehr alleine zurechtzukommen, sollte frühzeitig den Weg zur Schuldnerberatung finden, empfiehlt der Samtgemeindebürgermeister. „Möglichst sechs bis acht Wochen vorher“, konkretisierte Alexander Bach. „Der Schuldnerberater und seine Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit verpflichtet“, versicherte er.