Neues Fahrzeug für die Feuerwehr Schwarmstedt

Das alte Fahrzeug (links) und „der Neue“ der Feuerwehr Schwarmstedt. Foto:Feuerwehr Schwarmstedt

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ist eine große Verbesserung

Autos halten lange. Feuerwehrfahrzeuge sogar noch länger! Aber irgendwann kommt die Zeit, da muss auch mal ein solches Fahrzeug ausgetauscht werden. Nun hat man sich bei der Feuerwehr der Samtgemeinde Schwarmstedt Gedanken darübergemacht, wie es mit dem Fuhrpark weitergeht. Die Arbeitsgruppe der Ortswehr Schwarmstedt hat die Arbeit
schon 2017 aufgenommen und nun stehen die ersten sichtbaren Veränderungen vor der Tür. Eigentlich mehr hinter der Tür, beziehungsweise einem Rolltor. Der erste Schritt war, ein etwas älteres Fahrzeug auszutauschen. Das Tanklöschfahrzeug (TLF 24/50) wurde in den Ruhestand versetzt. Das Fahrzeug war ein Mercedes 1719 4x4 Baujahr 1980, hatte einen Wassertank für 5.000 Liter und 500 Liter Schaummittel und keine Gurte für die drei
Einsatzkräfte. Das Wort Abbiegeassistent kannte damals auch noch niemand. Aber es war ein sehr wichtiges Fahrzeug, da es große Mengen Wasser dorthin bringt, wo es kein öffentliches Hydrantennetz gibt, zum Beispiel im Wald oder auf der Autobahn. Dieses Fahrzeug war bei jedem Brandeinsatz dabei, da schnell viel Wasser zur Verfügung stehen konnte. Aber nach nun 40 Jahren steht der Nachfolger bereit. Das neue Fahrzeugkonzept sieht vor, dass zwei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge (HLF) angeschafft werden. Das erste Fahrzeug ist da und wurde Anfang Juli ganz leise in den Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug hat einen großen Wasser- und Schaumtank - für 4.000 Liter Wasser und 200 Liter Schaum – und es kann statt drei diesmal neun Einsatzkräfte zur Einsatzstelle bringen. Zusätzlich sind viele Gerätschaften neu angeschafft worden und der „Neuwagen“ ist auf einem aktuellen Stand der Technik. Nicht nur Gurte für alle neun Einsatzkräfte
und Airbags im Mannschaftsraum sind vorhanden, es gibt ebenfalls einen Abiegeassistenten und viele aktuelle Sicherheitsmerkmale. Auch können sich während der Fahrt bereits vier Einsatzkräfte mit Atemschutz ausrüsten. Ein Hygieneboard für die Einsatzkräfte ist verbaut. So kann man sich an der Einsatzstelle bereits grob säubern und vernünftig die Hände waschen. Kauft man sich privat ein Auto, ist es schnell umgesetzt. Man setzt sich rein und fährt los. Dies ist mit einem Feuerwehrfahrzeug nicht so
einfach. Das „losfahren“ klappt schon recht schnell, ist dank automatisiertem Schaltgetriebe auch einfacher geworden. Aber die „Mitfahrer“ müssen als Einsatzkräfte noch geschult werden. Wo finde ich was im Fahrzeug wieder? Die Schläuche findet man recht schnell, aber wo ist der Rest? Und wofür ist dieses neue Ding eigentlich da? Wie kann ich den Monitor, umgangssprachlich Wasserwerfer, auf dem Fahrzeugdach
verwenden? Hier gilt es viel zu lernen. Auch die Maschinisten haben viel zu lernen. Nicht nur, wie man das Fahrzeug bewegt. Geradeaus fahren ist da ja einfach, aber eine Einsatzstelle liegt nicht immer da, wo man viele Parkplätze findet. So eine Rettungsgasse kann ganz schön eng werden. Die neue Technik der Pumpe muss erlernt werden. Kurz, es gibt viel zu tun, wenn ein neues Fahrzeug plötzlich in der Halle steht. Und da steht es nun – das neue Fahrzeug – recht einsam. Alle Einsatzkräfte wollen jetzt loslegen, mit dem Fahrzeug üben. Aber aufgrund der Pandemie gelten auch für die Feuerwehr besondere Maßnahmen. Treffen im Feuerwehrhaus dürfen wir uns nur im Einsatzfall. Die Einsätze werden von besonderen Hygienevorschriften begleitet, die einzuhalten sind. Ein
Übungsdienst wird derzeit nur unter strengen Auflagen und in kleinen Gruppen mit nicht mehr als 10 Einsatzkräften durchgeführt. Für die Fachleute unter uns, es handelt sich um einen MAN TGM 18.340. Ein baugleiches Fahrzeug, mit nicht ganz so großem Wassertank, wird gerade auf den Weg gebracht und wird das Fahrzeugkonzept ergänzen. Dieses Fahrzeug wird dann das Löschgruppenfahrzeug (LF16/12) aus dem Jahr 1998
und den Rüstwagen (RW1) aus dem Jahr 1984 ablösen. Somit werden zwei neue Fahrzeuge drei ältere Modelle ersetzen. Da die neuen Fahrzeuge baugleich sein werden, haben die Einsatzkräfte es einfacher: Gleiche Technik für die Maschinisten und Gerätewarte. Außerdem bringen die zwei Fahrzeuge mehr Einsatzkräfte zur Einsatzstelle als die bisherigen drei Fahrzeuge. Normalerweise wird ein neues Fahrzeug gebührend empfangen. Auch hätte die Feuerwehr gerne dazu die Bevölkerung eingeladen. Dies alles ist derzeit nicht möglich, kann aber hoffentlich nachgeholt werden.  Den ersten Einsatz hatte das neue Fahrzeug Mitte Juli auf dem Recycling-Hof im Gewerbegebiet, es sind inzwischen mehr als zehn Einsätze dazu gekommen. Und bei jedem Einsatz hat sich der „Neue“ bewährt.