Nicht nur ein Platz zum Spielen

Es ist schon was zu erkennen. Bis zu den Sommerferien soll der Buchholzer Erlebnisspielplatz fertig sein.
 
Am Modell ist gut zu erkennen, wie es einmal werden soll.

Vom Konzept zur Wirklichkeit in fünf Jahren

Buchholz/Aller. Spielplätze werden von Erwachsenen geplant und gebaut. Doch Erwachsene sehen die Welt mit anderen Augen als Kinder - das ist spätestens seit Pippi Langstrumpf klar. Alle lieben ihre unkonventionelle, aber kreative und fantasievolle Lebensart. Doch welcher Erwachsene findet ungemähte Rasen- und Spielflächen schön? Welche Eltern haben sich noch nicht über Sand geärgert, der mehr neben dem Sandkasten liegt als darin?
Ein gepflegter konventioneller Spielplatz mit klassischen Schaukel, Sandkasten, Rutsche, der jedoch kaum bis nicht genutzt wurde, war in Buchholz 2016 der Anlass, dass sich eine Gruppe von Bürgern zusammenschloss. Ziel war es einen naturnahen Ort zu schaffen, an dem sich Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern generationsübergreifend begegnen können, an dem Kommunikation stattfinden, Kinder spielen und erleben dürfen und auch für ältere Kids etwas geboten wird, so dass Jüngere von Älteren lernen können.
Konzept.Modell.Workshop.Plan.Umsetzung. Kinder sind die Zukunft eines jeden Dorfes. Sind die Kinder zufrieden, sind es in der Regel auch die Erwachsenen. Doch was brauchen Kinder? Wie spielen sie? Das Konzept des Buchholzer Geländes folgt zwei Grundprinzipien:
1. Selber machen: Kinder wollen etwas tun. Sie wollen gestalten und verändern. Wenn Kindern Naturmaterialien zur Verfügung stehen (Steine, Äste, Sand, Erde, Wasser, Baumscheiben, Bretter), so bauen sie sich ihre Spielwelten selber. In kleinen Spielräumen (abgegrenzt durch Hügel und Büsche) können sich Kinder außerdem zurückziehen und im kreativen Gestalten versinken. Ganz spielerisch - und damit kindgerecht - machen sie dabei wichtige Material- und Sinneserfahrungen. Bewegungsbaustelle, Arbeitsspiel im Sand, Wasserspielplatz sind die Bausteine in dem Buchholzer Konzept.
2. Manipulierbares Risiko: Kinder haben mehr Angst vor Langeweile als vor Gefahren. Sie suchen das Risiko für den „Nervenkitzel“ und zur Selbsterfahrung. Durch Spielgeräte, die ein manipulierbares Risiko bieten, kann dem Wunsch nach Aufregung in sicherem Rahmen stattgegeben werden. Hierzu gehören zum Beispiel Kletter- und Balanciermöglichkeiten aber auch Schaukeln. Die Kinder bestimmen den Grad des Risikos selber, in dem sie entscheiden, wie hoch sie klettern oder von welcher Höhe sie abspringen. In Buchholz stehen hierfür ein Riesen-Mikado sowie eine Hangrutsche und eine BMX-Strecke mit Startrampe zur Verfügung.
Den Grundprinzipien einer naturnahen Gestaltung folgend ist das Gelände durch Hügel strukturiert und mit robusten heimischen Gehölzen wie Holunder, Sal- oder Korbweide, Haselnuss oder Hainbuche bepflanzt werden, so dass Zonen („Spielräume“) für unterschiedliche Bedürfnisse (wildes Spiel, Rückzug, bauen, Behausungsspiele) entstehen. Außerdem haben die Kinder auf diese Weise Entdeckungsmöglichkeiten und das Gelände ist für Rollenspiele, Verstecken und Fangen und damit längeres Spielen ideal. Für die Älteren steht eine Sitzgelegenheit für einen Klönschnack und ein Picknick zur Verfügung.
Der Gründung einer Initiative im Jahr 2016 folgte 2017 ein Konzept  und Modell, welches wiederum im Jahr 2018 in eine realistischer Planung umschrieben wurde. Die frühzeitige Unterstützung durch den Gemeinderat sicherte die Umsetzung ab. Nach weiteren drei Jahren und einem langerwarteten Förderantrag seitens der Samtgemeinde wird das Projekt nun endlich in die Realität umgesetzt. Der Mehrgenerationstreffpunkt soll pünktlich zu den Sommerferien fertig gestellt sein. Verena Lange, Frank Zahnow, Jeanette Nietiet, Corinna Müller, Eva Stein und Sabine Müller von der Buchholzer Initiative danken allen Beteiligten und Unterstützern und wünschen allen Buchholzer Generationen tolle gemeinsame Erlebnisse auf dem Mehrgenerationentreffpunkt im alten Ortskern.