„Ohne Kies ist´s mies“

Die Laienschauspieler Astrid Hölscher (von links), Angela Schleufe, Henning Binaschek und Michael Strobach begeistern mit der Komödie „Ohne Kies ist´s mies“. Foto: B. Stache
 
Viel Applaus gibt es nach der Premierenvorstellung für die Souffleuse Marlies Deutsch (von links) sowie die Schauspieler Michael Strobach, Angela Schleufe, Gisela Grimmelt, Elke Kitzelmann, Henning Binaschek, Daniela Minke, Kerstin Krull, Elena Hulm und Astrid Hölscher. Foto: B. Stache

Laienspielgruppe Lampenfieber begeistert mit dem Lättabombernagerkäfer

Lindwedel (st). Großen Zuspruch fand die Premiere der Komödie „Ohne Kies ist´s mies“ am Samstagnachmittag in der Lindwedeler Schulsporthalle. Aufgeführt von der Laienspielgruppe Lampenfieber Lindwedel bedient das Stück von Brigitte Wiese und Patrick Siebler auf amüsante Weise zahlreiche Klischees. Die neun Laienschauspieler haben die turbulente Geschichte um eine Bürgermeisterwahl nach Lindwedel verlegt und mit lokalem Bezug gewürzt. Beispielsweise wenn der Hauptamtsleiter Müller Vorfelder, hervorragend gespielt von Michael Strobach, der Vermüllung am Skaterplatz den Kampf ansagt. „Sauforgien und Hundehaufen haben bald ein Ende“, kündigt er als Bewerber um das Amt des Bürgermeisters an. In dem Dreiakter erlebten die zirka 80 Premierengäste den starken Auftritt eines weiteren Bürgermeisterkandidaten, der ideenreichen und im Ort unbekannten Susi Kies, von Daniela Minke überzeugend in Szene gesetzt. Mit ihrem Slogan „Ohne Kies ist´s mies“ und tollen Wahlversprechen begeistert sie ihre Wählerschaft, darunter die mittellose, notorische Antragstellerin Rosa Flodder, alias Kerstin Krull, der sie ein festes Grundgehalt in Aussicht stellt. „Frau Flodder hat mir so richtig aus dem Herzen gesprochen“, kommentierte eine Zuschauerin aus Lindwedel. Aber auch die engagierte Umweltaktivistin Claudia Tritthin, in deren Rolle Elke Kitzelmann überzeugend schlüpfte, sieht in der neuen Bürgermeisterin Kies eine Befürworterin für den Bau eines Katzentunnels und eines Reservats zum Erhalt des Lättabombernagerkäfers, für den sie sich nachhaltig und wirkungsvoll einsetzt. Dass all diese Versprechungen sowie der neue Dienstwagen der frisch gewählten Bürgermeisterin viel Geld kosten, bekümmert vor allem den Kämmerer Dagobert Knauser (Henning Binaschek). Die in erster Linie auf ihr Äußeres bedachte Sekretärin Mandy Schick, gut gespielt von Astrid Hölscher, erfährt den besonderen Führungswechsel im Rathaus am eigenen Leib. Nach dem Abtritt der Altbürgermeisterin Anne Volkmann, deren Rolle Gisela Grimmelt einnimmt (in Doppelrolle auch als Putzfrau), nehmen die Ereignisse im Rathaus dank Susi Kies, die sich der Rechtsanwältin Dr. Klothilde Salesch (Angela Schleufe) bedient, ihren ungewöhnlichen Lauf. Die Sekretärin Mandy Schick findet sich schon bald als Arbeitskraft auf dem Bauhof wieder und plötzlich muss die Polizistin Schroter in einem Fall von Morddrohung und viel Blut im Rathaus ermitteln. Die resolute Ordnungshüterin wird vorbildlich von Elena Hulm gespielt. Ihr ganzes schauspielerisches Können und Improvisationstalent bewiesen die Lindwedeler Laienschauspieler unter anderem, als unbeabsichtigt ein Tischbein abbrach und das kleine, runde Requisit mitten im Spiel umfiel. „Früher habe ich selbst mitgespielt. Heute macht es mir viel Spaß, als Souffleuse dabei zu sein“, erklärte Maria-Elisabeth Deutsch nach der gut zweistündigen Aufführung. „Das Stück hat mir wunderbar gefallen. Vor allem auch die Spontaneität der Schauspieler“, urteilte Martin Grämmel, der mit seiner Familie aus Ahlten bei Lehrte angereist war. Für die passenden Frisuren und Maske sorgen bei der aktuellen Theateraufführung Susanne Deike, Marina Pradel und Petra Kolodzey. Jan Krohm, Philip Sterrenberg und Björn Böhnke waren für die Beleuchtung und den guten Ton verantwortlich. Wer sich die Komödie „Ohne Kies ist´s mies“ nicht entgehen lassen möchte, hat hierzu noch einmal Gelegenheit am Samstag, 14. Februar, ab 17 Uhr und am Sonntag, 15. Februar, ab 15 Uhr. Die Laienspielgruppe in Lindwedel besteht seit nunmehr 15 Jahren. Begonnen hatte alles beim Dorfgemeinschaftsfest mit dem kleinen Theaterstück „Die Leiche ist nicht totzukriegen“. Derzeit zählen 15 Personen zum Team, darunter die neun Schauspieler. „Wir freuen uns über neue Mitglieder, die uns unterstützen wollen – vor allem Männer sind als Schauspieler willkommen“, erklärte Angela Schleufe. Die Gruppe spielt nicht nur Theater, sie unternimmt auch gemeinsame Fahrten, wie beispielsweise im vergangenen Jahr nach Mühlhausen in Thüringen. „In diesem Jahr soll eine Radtour stattfinden“, so Schleufe. An einigen Tagen treffen sich alle zum gemeinsamen Essen oder zum Klönen. Und im Sommer ist es dann wieder soweit, sich Gedanken über das neue Stück zu machen und die neuen Rollen zu verteilen – dann hoffentlich mit mehr Männern.