„Pass auf“ nach tödlichem Unfall

Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei, installierten das Schild bei Grindau am Montag im Beisein von Landrat Manfred Ostermann (v. l.), Dienststellenleiter Jürgen Hildebrandt und PI-Leiter Stefan Sengel. Foto: A. Wiese

Erstes Schild der Verkehrssicherheitsinitiative im Heidekreis aufgestellt

Grindau (awi). 23 Tote im Heidekreis bereits in diesem Jahr. So darf es nicht weitergehen, sind sich Polizeidirektor Stefan Sengel als Leiter der PI Heidekreis, Schwarmstedts Dienststellenleiter Jürgen Hildebrandt und Landrat Manfred Ostermann einig. Bereits im Oktober hatten sie eine Verkehrssicherheitsinitiative beschlossen und jetzt leider Gelegenheit das erste Schild „Pass auf, tödlicher Unfall“ aufzustellen. Am Montagmorgen installierten Mitarbeiter der Straßen-
meisterei das auffällige Schild jeweils an jeder Richtungsfahrbahn an der Kreisstraße zwischen Grindau und Schwarmstedt. Dort war am 12. Dezember ein 33-jähriger Nienhagener tödlich verunglückt, als er bei Schnee und Eisglätte aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit in einer leichten Kurve mit seinem Kleinwagen von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte (das ECHO berichtete). Die Beifahrerin wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt. Auch der Hund des Paares starb noch an der Unfallstelle. „Mit unserer Aktion wollen wir Betroffenheit erzeugen, auf das Verhalten der Fahrzeugführer einwirken“, erklärte vor Ort Polizeipressesprecher Olaf Rothardt. Drei Jahre sollen die Schilder stehen bleiben, dann habe sich die Signalwirkung abgenutzt, würden sie irgendwann von denen, die sie regelmäßig passierten, nicht mehr wahrgenommen. Auffällig bei den in diesem Jahr tödlich verlaufenen Verkehrsunfällen ist, daß sich die meisten Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften auf Landstraßen ereignet haben. Vor allem hier müsse daher die Verkehrssicherheit erhöht werden, folgert die Polizei. Zwar trügen mehrere Gründe zu den besonders schweren Folgen von Unfällen auf dem Landstraßennetz bei. Der wesentlichste Faktor dabei sei allerdings die Geschwindigkeit. Sie sei sowohl Unfallursache als auch ein gravierender folgenverschärfender Faktor. Bei 14 Unfällen mit 16 Toten kollidierten die Unfallfahrzeuge mit einem Baum. Bundesweit werden etwa 20 Prozent, in Niedersachsen circa 35 Prozent der Getöteten bei so genannten „Baumunfällen“ festgestellt. Im Heidekreis lag die Zahl in den zurückliegenden Jahren fast immer bei mehr als 50 Prozent. Im Jahr 2012 sind es bisher etwas über 70 Prozent, so die Polizei.