Resolution der Leader-Region Kooperationsraum Aller-Leine-Tal zur beabsichtigten Herabstufung der Aller als „Restwasserstraße“

Kreis SFA. Laut des zweiten Berichtes des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zur Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung wird beabsichtigt, die Aller zu einer „Restwasserstraße“ herabzustufen. Die daraus resultierenden Konsequenzen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar. Die
Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe Kooperationsraum Aller-Leine-Tal fordern, mit Blick auf die touristischen Belange der Region, die Aller als „Wasserstraße für den Wassertourismus“ einzustufen.
Das Aller-Leine-Tal bemüht sich seit vielen Jahren, die touristische Attraktivität ihrer Region zu erhöhen. Dabei fungiert die Aller mit dem Premium-Radweg Aller-Radweg als touristischer Leuchtturm mit erheblichen wirtschaftlichen Effekten für die Region. In mehreren Studien werden die großen touristischen Potenziale der Aller dar. Im Masterplan für die Lüneburger Heide vom Europäischen Touristikinstitut, Universität Trier (ETI), aus dem Jahr 2006/2007 wurde das Aller-Leine-Tal aufgrund seiner Besonderheit der Flusslandschaft von Aller und Leine zur Subdestination der Lüneburger Heide erklärt und hat somit auch ein besonderes Gewicht in der touristischen Vermarktung erhalten.
Die Aller als verbindendes Element der Region mit den Städten Celle und Verden hat eine große identitätsstiftende Wirkung für die Bevölkerung. Eine Vielzahl von Projekten in der Region aus den Bereichen Kultur, Tourismus und Energie orientieren sich direkt an der Aller. Die Kommunen des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal haben unter anderem im Rahmen des Leader-Projektes „Fluss-Zugang Aller für Rad- und Bootswanderer“ erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Flusslandschaft der Aller touristisch aufzuwerten, attraktiv zu gestalten und erlebbar zu machen. Unter anderem wurden an vielen Standorten Ausstiegshilfen installiert, Wasserverkehrszeichen gesetzt und Hafenanlagen als Schiffs- beziehungsweise Bootsanleger übernommen. Im Zuge der Maßnahme „Begleitende touristische Infrastruktur rechts und links der Aller“ werden derzeit zusätzliche Rastmöglichkeiten zur Erhöhung der Verweildauer der Radtouristen geschaffen. Die
Qualitätsverbesserung der Infrastruktur für den Wasser- und Radtourismus entlang der Aller bildet seit Jahren einen Schwerpunkt der Projekte im Kooperationsraum Aller-Leine-Tal. Zudem erfolgte an verschiedenen Flussabschnitten der Aller eine Sanierung der Altarme, um die Bedeutung der Aller-Aue als FFH-Gebiet zu untermauern. Ebenso ist der einzige Premium-Radweg der Lüneburger Heide mit überregionaler Bedeutung an die Wasserstraße angebunden und nutzt die Brücken und Schleusenbauwerke zur Querung des Flusslaufs.
Die Lokale Aktionsgruppe sowie die ihr angeschlossenen (Samt-)Gemeinden befürchten bei einer Herabstufung der Aller zur „Restwasserstraße“, dass die Bemühungen der Vergangenheit vergebens gewesen sind und das touristische Potenzial zukünftig erheblich eingeschränkt wird. Die Mitglieder des Deutschen Bundestages werden deshalb gebeten, bei der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit der auch eine Neubewertung der Flussläufe einhergeht, der Bundeswasserstraße Aller zumindest den Status als „Wasserstraße für
den Wassertourismus“ zuzusprechen.