Schüler wollen Politiker, Erzieher oder Webdesigner werden

Als Politikerin möchte Sandra Wigger später die Grünen aufmischen. Foto: C.Ranke
 
Alex Stoob konnte beim NDR in allen Bereiche Erfahrungen sammeln. Foto: C.Ranke

Betriebspraktikum an der KGS Schwarmstedt alternativ zur Uni

Schwarmstedt (cr). Was wollen die Schüler von heute später einmal werden? Der Antwort können die Schülerinnen und Schüler der zehnten Gymnasialklassen der KGS Schwarmstedt in ihrem diesjährigen Betriebspraktikum näher kommen. Die meisten Schüler meldeten sich zwar für das alternative Universitätspraktikum an, jedoch entschieden sich auch um die 30 Schüler in einem Betrieb neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln. So zum Beispiel Simon Pump, der sich als Verwaltungsfachangstellter im Gemeindebüro Schwarmstedt versuchte. Dort erledigte er hauptsächlich Computerarbeit, wie zum Beispiel, das Erstellen von Excel-Tabellen. „Ich habe mich für dieses Praktikum entschieden, da mir Büroarbeit Spaß macht.“ Außerdem hat er nicht vor zu studieren, da er für diesen Beruf lediglich eine Ausbildung benötigt. Den gleichen Weg möchte Jil Müller gehen, die die Kinder der Pinguingruppe im Kindergarten Schwarmstedt betreute. Die Kinder dieser Gruppe sind zwischen drei und sechs Jahre alt, also gehen in diese Gruppe auch die Kinder des Brückenjahres. Die Kinder im Brückenjahr besuchen regelmäßig die Grundschule, um sich auf sich auf ihre Schulzeit vorzubereiten. Das Begleiten der Vorschulkinder gehörte mit zu Jils Aufgaben. Des Weiteren betreute sie hauptsächlich die Kinder, las ihnen vor oder spielte mit ihnen. Die Zehntklässlerin betonte, dass sie schon immer etwas mit Menschen zu tun haben wollte und Kinder sehr mag. Und auch die „Pinguine“ sahen sehr begeistert aus, wenn die Schülerin mit ihnen spielte. Bei der coupedia GmbH & Co.KG erstellte Leander Zeppernick eine Website für einen Blumenladen. Er kam durch seinen Vater auf die Idee dort sein Betriebspraktikum zu absolvieren. Die coupedia ist ein Verlag, der für Firmen Websites zu erstellen. Leander sagte, dass der Beruf des Webdesigners Spaß mache, abwechslungsreich und aufwändig sei. Jedoch war er sich noch nicht sicher, ob er diesen Beruf ausführen wolle, da er noch nicht viele Erfahrungen gesammelt habe. Ein eher seltenes Praktikum führte Sandra Wigger im niedersächsischen Landtag bei Bündnis 90/Die Grünen durch. Sie interessierte sich bereits in der Schule sehr für den Politikunterricht und wollte sich deshalb bei den Grünen bewerben, auch um einen Einblick in das Leben eines Berufspolitikers zubekommen. Die Zehntklässlerin kann sich selbst sehr gut vorstellen, Politikerin zu werden. „Aber nur, wenn es Sitzkissen gibt,“ sagte sie lachend. Sie durfte an vielen verschiedenen Ausschüssen, Sitzungen und Konferenzen teilnehmen. Am besten hat ihr jedoch der Ausschuss mit dem Thema „Soziales, Familie und Integration“ gefallen. Außerdem führte sie mehrere Recherchen durch, untersuchte zum Beispiel, wie die Parteien in sozialen Netzwerken ankommen. Um viel interessantes zu erleben, bewarb sich Alex Stoob beim NDR. Er hatte außerdem die Erwartungen, dass er viel unterwegs sei, oft soziale Kontakte habe und vor allem viel Kaffee holen müsse. Letzteres ist auch tatsächlich seine erste Aufgabe, wenn er morgens ins Studio kommt. Seine sonstigen Aufgaben sind sehr unterschiedlich. Zum einem kann er bei verschiedenen Aufnahmen nur zugucken, zum anderen kann er, wenn der NDR mit dem Übertragungswagen unterwegs ist unter anderem die Mikrofone für die Reporter einstellen. Des Weiteren konnte der Gymnasiast eigene Aufnahmen machen und diese zurechtschneiden. Sein persönliches Highlight war der Besuch des Bundesligaspiels Hannover 96 gegen Greuther Fürth, das die Hannoveraner mit 2:0 gewonnen haben. Dort konnte er Mikrofone in den Kabinen installieren und teilweise Interviews aufnehmen. Im Nachhinein ist Alex froh, dass er das Betriebspraktikum bei NDRK gewählt hat, da
es ihm sehr gefallen hat. Außerdem kann er sich vorstellen, später eimal im redaktionellen Bereich zu arbeiten. Sowohl das Universitätspraktikum als auch die sehr verschiedenen Betriebspraktika haben die Schüler ganz individuell weitergebracht und ihre jeweiligen Horizonte erheblich erweitert. Als Praktikantin beim Echo habe auch ich viele neue Erfahrungen gesammelt und bin in den zwei Wochen viel herumgekommen. Gleich zu Beginn durfte ich mit den Universitätspraktikanten nach Lüneburg reisen und diese zu ihrer ersten Veranstaltung begleiten. Des Weiteren brachte es mir viel Spaß, sowohl die anderen Praktikanten für diese Reportage zu besuchen, als auch bei anderen Terminen wie zum Beispiel einem Gespräch mit einem Ehepaar, dass Diamantene Hochzeit feierte, dabei zu sein. Auch der Einblick in die Produktion hat mich sehr interessiert. Abschließend ist also zu sagen, dass es in meinen Augen ein rund um gelungenes Praktikum war, dass mir auf dem Weg zu meiner Berufswahl viel gebrach hat. Und ich denke, dass die anderen Praktikanten dies ähnlich sehen.