Schulwegsicherheit für Grundschüler

Jens Leven (links) informiert im Auftrag der Samtgemeinde Schwarmstedt Ratsmitglieder und Bürger über das Thema Schulwegsicherheit für Grundschüler. Foto: B. Stache
 
Jens Leven (stehend) informiert im Auftrag der Samtgemeinde Schwarmstedt Ratsmitglieder und Bürger über das Thema Schulwegsicherheit für Grundschüler. Foto: B. Stache

Samtgemeinde Schwarmstedt kooperiert mit Forschungsbüro „bueffee“ aus NRW

Schwarmstedt (st). Wie kommen vor allem sechs- bis siebenjährige Grundschüler jeden Morgen zu den Verkehrsspitzenzeiten sicher ans Ziel – an ihre Schule, vor der die „Elterntaxis“ regelmäßig für Verkehrschaos sorgen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Jens Leven vom Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation „bueffee“ schon seit Längerem. Im Auftrag der Samtgemeinde Schwarmstedt informierte der Verkehrsexperte aus Wuppertal am Mittwochabend im Uhle-Hof Ratsmitglieder und Bürger über das Thema Schulwegsicherheit für Grundschüler. Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs hatte bei einer Fachtagung des Landkreises Heidekreis im Mai 2017 Kontakt zu Jens Leven aufgenommen und eine Kooperation vereinbart. Die Tagung stand unter dem Motto „Gemeinsam gehen – das Elterntaxi bleibt stehen. Einrichtung von Hol- und Bringzonen
an Grundschulen im Heidekreis“. Nach ersten Gesprächen mit den Grundschulen in der Samtgemeinde Schwarmstedt (Bothmer, Buchholz, Lindwedel und Schwarmstedt) sei man sich schnell einig geworden, eine übergeordnete Planung zu erstellen, erinnerte Björn Gehrs. Der Samtgemeindeausschuss beauftragte in einem ersten Schritt eine Elternbefragung, dessen Ergebnis Hand und Fuß hatte. Das Fachbüro „bueffee“ erhielt daraufhin den Auftrag zur Erstellung eines Gesamtkonzepts „Schulwegsicherheit für Grundschüler in der Samtgemeinde Schwarmstedt“. Das Ergebnis seiner umfangreichen Arbeit stellte Jens Leven in der dreistündigen Abendveranstaltung im Uhle-Hof vor. Um Elterntaxi-Verkehre in sinnvolle Bahnen zu lenken, seien Appelle der Schule und Repressalien seitens Ordnungsamt oder Polizei nicht hilfreich. Besser bewährt habe sich das sogenannte drei-Säulen-Modell. „Die drei Säulen bestehen aus einem sicheren Schulweg, aus Elternhaltestellen und motivierten Kindern“. Einen sicheren Schulweg definierte Jens Leven wie folgt: „Kann ein sechs- bis siebenjähriges Kind mit seinen entwicklungspsychologischen Fähigkeiten und dem Stand, auf dem es steht, seine Verkehrsaufgabe sicher morgens unbegleitet bewältigen, ja oder nein? Wenn wir diese Frage eindeutig mit Ja beantworten können, ist der Schulweg mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher.“ Der Vortragende zeigte Kriterien für Hol- und Bringzonen auf, an denen die Eltern ihre Schulkinder absetzen und wieder abholen können. Diese Elternhaltestellen sind in einigem Abstand zur Schule eingerichtet und besonders gekennzeichnet. Jens Leven zeigte für die vier Grundschulstandorte in der Samtgemeinde Schwarmstedt die Schulweg-Problemhäufungsstellen auf sowie verschiedene Möglichkeiten zur Einrichtung von Hol- und Bringzonen. Zum sicheren Schulweg gehörten aber auch bauliche Maßnahmen, die vom Fachbüro „bueffee“ in drei Kategorien vorgestellt wurden: dringend erforderlich, sinnvoll und „nice to have“. Dabei stellte sich die Gesamtsituation für die Grundschule Schwarmstedt als besonders komplex dar. Samtgemeindedirektor Björn Gehrs drückte sein Bedauern darüber aus, dass von dieser Schule niemand an der Informationsveranstaltung teilgenommen hatte. „Die Samtgemeinde nimmt für diese Maßnahme sehr viel Geld auf.“ Eine Empfehlung gab Verkehrsexperte Jens Leven allen noch mit auf den Weg: „Wenn wir möchten, dass auch die kleinen Kinder alleine gehen wollen, dann müssen wir unsere Infrastruktur den Kindern anpassen.“ Bewegung fördert die Gesundheit und Kinder haben einen starken Bewegungsdrang. Das Konzept „Schulwegsicherheit“ wird nun von den Ratsmitgliedern in den Mitgliedsgemeinden beraten, kündigte Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs an.