Schwarmstedter Praxis mit Vorbildfunktion

Die Schüler der ersten Klasse der dreijährigen Berufsfachschule Ergotherapie an der Albrecht-Thaer-Schule BBS III in Celle, Standort Altenhagen, besuchten mit ihrer Lehrkraft und Ergotherapeutin Anett Littmann (rechts) die Praxis für Ergotherapie der Lebenshilfe in Schwarmstedt. Die Praxisleitung Tanja Dickmann (links) zeigte informierte die angehenden BerufskollegInnen ausführlich über ihre Praxis und erläuterte die Möglichkeiten eines Praktikums.

Angehende Ergotherapeuten informierten sich

Schwarmstedt. Ungewöhnlich zahlreichen Besuch hatte kürzlich die Praxis für Ergotherapie Frische der Lebenshilfe Walsrode in der Schwarmstedter Kirchstraße. Doch das lag keineswegs an einer Überbuchung aufgrund eines Organisationsfehlers, sondern war durchaus so geplant: Die erste Klasse der Berufsfachschule Ergotherapie aus Altenhagen bei Celle war mit ihrer Lehrkraft Anett Littmann zu Gast und erhielt durch die Praxisleitung Tanja Dickmann während einer Führung ausführliche Informationen.
Schon seit rund 25 Jahren besteht eine enge Kooperation zwischen den beiden Einrichtungen. Bereits Praxisgründerin Gundula Frische bot Schülern der Albrecht-Theaer-Schule BBS III Celle die Möglichkeit, im Rahmen ihrer dreijährigen Ausbildung an der Berufsfachschule Praktika in der Praxis für Ergotherapie an der Kirchstraße 15 in Schwarmstedt zu absolvieren. Auch die heutige Praxisleitung Tanja Dickmann lernte dadurch Schwarmstedt kennen und begann ihre berufliche Laufbahn nach erfolgreichem Ausbildungsende 2003 bei Gundula Frische in Schwarmstedt. Als Frau Frische Anfang 2017 ihre Praxis an die Lebenshilfe Walsrode übergab, übernahm ihre langjährige Mitarbeiterin die Praxis- und Bereichsleitung. Die bewährte Kooperation mit der Celler Schule wird fortgesetzt, und so haben angehende Ergotherapeuten weiterhin die Möglichkeit, einen zehnwöchigen Block der insgesamt 40 Wochen dauernden praktischen sowie die praktische Prüfung im Bereich Pädiatrie in Schwarmstedt zu absolvieren. Welche Möglichkeiten sich ihnen dabei in der gut ausgestatteten und modern aufgestellten Praxis im historischen Gebäudeensemble bieten, erläuterte Tanja Dickmann den elf interessierten Schülern bei einer Führung durch die sieben Behandlungsräume. Aktuell decken zehn Ergotherapeutinnen die Bereiche Pädiatrie, Geriatrie, Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie ab und begleiten und unterstützen Menschen aller Altersklassen, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist es, mit gezielten Bewegungsübungen, handwerklichen Techniken, alltagsorientierten Tätigkeiten, Spielen sowie besonders für das Hirnleistungstraining erprobten Computerprogrammen, in Einzel- oder Gruppentherapie sowie falls notwendig auch bei Klienten zu Hause, verzögerte oder verloren gegangene Funktionen von Körper, Seele und Geist zu fördern oder auszugleichen, und die Handlungsfähigkeit zu verbessern.
Nach dem informativen Rundgang durch die Räume an der Kirchstraße konnten die Schüler einige Therapiemittel selbst ausprobieren und Fragen stellen. In einer offenen Diskussionsrunde gab es einen lebhaften Austausch zur Zukunft des Berufes, unter anderem im Hinblick auf das (ausbildungsbegleitende) Studium sowie zum Qualitätsmanagement.