Sparkassenpräsident besucht Grindel-Wahlkreis

Gruppenbild mit Präsident: Reinhard Grindel MdB und Georg Fahrenschon (vordere Reihe 3. und 4. von links) u.a. mit Franz Wienöbst und Ernst-Otto Bahr ( hintere Reihe 3. und 4. von links)

Georg Fahrenschon spricht mit Sparkassenchefs im Heidekreis

Die Sparkassen waren nicht der Auslöser der Finanzmarktkrise, sondern die Trutzburg gegen schlimme Auswirkungen gerade für den Mittelstand. In dieser Einschätzung waren sich der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel und der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, einig. Fahrenschon traf auf Einladung des CDU-Abgeordneten im Rahmen eines Sparkassengipfels in Rotenburg auch die beiden Vorstandsvorsitzenden der heimischen Sparkassen, Ernst-Otto Bahr (Walsrode) und Franz Wienöbst (Soltau). Fahrenschon machte deutlich, dass die Sparkassen vor allem mit der EU-Kommission zu kämpfen hätten. „In Brüssel versteht man die Sparkassen-Philosophie schlecht. Es gibt dort die Tendenz zu großen Privat- und Investmentbanken. Die gute mittelständische Struktur in Deutschland setzt aber voraus, dass es gut aufgestellte regionale Bankinstitute gibt, die auf die Bedürfnisse vor Ort abgestimmt sind.“ Man könne froh sein, dass die früheren EU-Pläne zur Abschaffung der Sparkassen nicht verwirklicht worden seien. Die 423 Sparkassen in Deutschland hätten sich bewährt und lieferten einen wertvollen Stabilitätsbeitrag für Europa. Eine europäische Bankenaufsicht müsse auf Kreditinstitute beschränkt bleiben, die aufgrund ihrer Größe in der Lage seien, ganze Staaten in der Stabilität zu gefährden. Bei Sparkassen reiche eine nationale Aufsicht völlig aus. Nicht ohne Sorge sieht der Sparkassenpräsident deshalb die Verhandlungen über die Umsetzung des internationalen Basel III-Abkommens. Danach könnten auch die Sparkassen verpflichtet sein, mehr Eigenkapital vorzuhalten, um Unternehmenskredite ausgeben zu dürfen. „Das ist widersinnig, weil der Mittelstand nicht Auslöser der Krise war, die wiederum Auslöser für Basel III war. Kredite fallen bei Familienunternehmen wesentlich geringer aus“, argumentierte Fahrenschon, der früher bayerischer Finanzminister war. Bahr und Wienöbst sprachen sich für mehr Entbürokratisierung im Bankenwesen aus. Wegen einer kaum überschaubaren Zahl von Vorschriften zum Verbraucherschutz gebe es bei Beratern eine gewisse Verunsicherung. Grindel räumte ein, dass im Interesse eines guten Vertrauensverhältnisses zwischen Kunde und Bank auf die eine oder andere bürokratische Maßnahme verzichtet werden könnte. Dafür werde er sich im Deutschen Bundestag einsetzen. Sparkassenpräsident Fahrenschon hob hervor, dass kaum ein Land wie das exportorientierte Deutschland vom Euro profitiert habe. Jetzt könnten Produktivitätsfortschritte deutscher Firmen von Wettbewerbern nicht mehr durch eine Abwertung der jeweiligen Währungen wie der Lira oder der Peseta ausgeglichen werden.