Von Buchholz nach ganz Deutschland

Die Mitglieder der SPD Buchholz/Marklendorf zu Besuch bei Nordgemüse.

SPD Buchholz/Marklendorf zu Besuch bei Nordgemüse

Buchholz. Wie bereits in der Vergangenheit gehört es zur Tradition, dass die SPD-Ratsfraktion unter dem Motto „SPD Buchholz/Marklendorf vor Ort“ die Gewerbetreibenden in der Gemeinde besucht. Ziel war dieses Mal die Firma Nordgemüse in Buchholz. In Empfang genommen wurde die Fraktion von Mark Stracke, dem Betriebsleiter von Nordgemüse. Gleich zu Beginn erklärte Mark Stracke, dass auf dem über 3.000 Quadratmeter großen Gelände noch ein Anbau beziehungsweise eine Vergrößerung erfolgen soll. Dieser soll dazu dienen, die Verpackungsmaterialien zu lagern. Bevor es jedoch in die Räumlichkeiten und in die kühlen Hallen ging, wurde auf dem Hof die Geschäftsidee hinter Nordgemüse erklärt. Viele Anwesenden assoziieren Nordgemüse mit der Verpackung von Salaten, Kohlköpfen und anderem Gemüse. Der Betriebsleiter erklärt hierbei, dass der Ursprung des Unternehmens beim Gemüse lag, also dass tatsächlich Kohlköpfe und anderes Gemüse in Russland, Dänemark und sonstigen Länder verkauft wurden. Später jedoch habe man das Heidelbeer-Geschäft aufgebaut und sich darauf spezialisiert. In Buchholz werden überwiegend Heidelbeeren von den umliegenden und regionalen Landwirten, also den örtlichen Erzeugern, verpackt und in ganz Deutschland verkauft. „Die Heidelbeeren, die heute verpackt werden, werden Montag in jedem Lidl deutschlandweit zu finden sein“, so der Betriebsleiter Stracke.
Mark Stracke freut sich über eine hohe Auftragslage. Aus diesem Grund ist Nordgemüse auch dabei das Personal im Bereich der Verpackung aufzustocken. Auch wird darauf geachtet, möglichst Arbeitnehmer aus der Region anzustellen. Beim Thema Arbeitnehmer stellte die Ratsfraktion interessante Fragen zu Arbeitsbedingungen, Arbeitslohn sowie zu der Schwierigkeit, Arbeitskräfte für den Bereich der Verpackung zu finden. Zurzeit sind 15 Arbeitnehmer beschäftigt. Ziel sei es, auf 25 Personen aufzustocken. Während der Saison der deutschen Heidelbeeren kommen die Beeren von den örtlichen Erzeugern. Ist diese Zeit vorbei, wird die Ware aus Polen, Spanien, Chile, Argentinien oder Peru verpackt.
Auch aktuelle Themen wie der Klimawandel und die lange Trockenheit wurden thematisiert. So besteht eine große Herausforderung für Nordgemüse darin, die Heidelbeeren bei der Sommerhitze schnell herunterzukühlen. Dennoch klappt das dank der Kühlanlagen sehr gut. Allgemein gibt es etwas weniger Ware als erwartet, so der Betriebsleiter. Gründe dafür sieht er darin, dass es weniger Wasser im Frühjahr gab. Die Erzeuger mussten relativ früh anfangen zu beregnen und zusätzlich war es relativ kühl zur Blütezeit. Dadurch sind die Bienen und Hummeln relativ wenig geflogen, wodurch weniger Blüten bestäubt wurden. Dies hatte für die Erzeuger kleinere Beeren und somit eine kleinere Ausbeute zur Folge.
Am Tag werden circa 130 Paletten verpackt, das sind circa 50 Tonnen. Diese werden an die jeweiligen Zentralen geliefert und von dort aus geht es in den Einzelhandel.
Nordgemüse sagt über sich selbst, dass sie modernste Verpackungen anbietet. In diesem Zusammenhang erklärt Mark Stracke auf Nachfrage, dass die Supermärkte einen großen Wert auf ökologische Aspekte legen und dadurch auf eine geringe Verpackungsmenge achten. Bei Nordgemüse werden zwar auch Kartonschalen verpackt, aber hauptsächlich Plastikschalen mit einer aufgeschweißten Folie. Dadurch spart man acht Prozent Verpackung pro Schale.
Fraktionsmitglied Wernfried Bäßmann stellte in diesem Zusammenhang die Frage, ob Nordgemüse in der Lage sei, schnell auf die wandelnden Anforderungen reagieren zu können, wenn das Material oder die Größe der Verpackung gewechselt werden muss. Das sei einer der großen Vorteile von Nordgemüse, so Mark Stracke – sprich schnell auf die wechselnden Anforderungen zu reagieren. Ein Landwirt hingegen könnte die hohe finanzielle Belastung für eine neue Linie eventuell nicht aufbringen. Früher wurde viel Ware direkt beim Landwirt verpackt. Durch die erhöhten Anforderungen an Verpackungen sind die Maschinen jedoch sehr teuer geworden. Ebenso kann Nordgemüse die Wünsche der Supermärkte gut umsetzen und teilweise kauft Nordgemüse auch zur Not eine neue Maschine. Hier wurde neben Klima- und Arbeitsthemen der wirtschaftliche Aspekt betrachtet.
Um die Kette anschaulich darzustellen, wurde die Ratsfraktion durch die einzelnen Schritte durchgeführt. Sie fing mit dem Wareneingang wo die Heidelbeeren ab einer halben Tonne ankommen, gewogen, dokumentiert und kontrolliert wird über die Kühlräume zu der Produktionshalle. In der Produktionshalle wurde der Ratsfraktion die unterschiedlichen Verpackungsanlagen gezeigt. Die größte Maschine schafft es innerhalb einer Minute 120 Schalen zu verpacken. Weiter ging es in die Lagerhalle in der die ungefalteten Kartons lagern. Die Kartons sowie Schalen und Etiketten werden nach Stil und Design der Kunden hergestellt. Am Ende der Kette wartet der Warenausgang, hier wird in Kühlhäusern die Ware, die abholfertig ist, gelagert. Die LKWs kommen an die Kühlhäuser, um die Ware digital per PIN-Code abzuholen. So weiß jeder Abholer genau, welche Ware für ihn bereit steht. Ware, die verpackt wird, ist spätestens am nächsten Morgen im Zentrallager.
Wie auch schon bei anderen Besuchen von Gewerbebetrieben, wurde auch hier am Ende des Rundgangs gefragt, ob es Anmerkungen oder Anregungen gebe, die die Ratsfraktion mitnehmen kann. Sehr erfreut waren die Ratsmitglieder darüber, dass alles gut sei und die Zusammenarbeit mit der Verwaltung gut funktioniere. Ein spannender Einblick hinter den Kulissen von Nordgemüse wurde der SPD-Ratsfraktion gewährt.