„Wichtigste Entscheidung seit Jahrzehnten“

Früh aufgestanden: Bernd Block klebt leuchtgelbe Aufkleber "Sonntag mit Nein stimmen", um auf die wichtigste Abstimmung hinzuweisen. Foto: Bürgerinitiative/U. Mussmann
 
Der Stimmzettel.

Am Sonntag mit Nein stimmen, um Planungsstopp für Krankenhaus zu verhindern

Schwarmstedt. Morgen, am Sonntag ist der entscheidende Tag. Dann sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet und die Bürger haben das letzte Wort. Dann wird über das neue Krankenhaus abgestimmt. Dieser Bürgerentscheid ist so wichtig, dass bis zum letzten Augenblick um jede Stimme geworben wird. In der Samtgemeinde Schwarmstedt engagieren sich inzwischen über 50 Bürger in einer Bürgerinitiative Krankenhaus. Einer davon ist Bernd Block. Gemeinsam mit Ulli Mussmann ist der Esseler an diesem Morgen früh aufgestanden, um leuchtgelbe Aufkleber auf Plakate und Banner zu kleben: "Sonntag mit Nein-Stimmen" ist darauf zu lesen - denn nur mit einer großen Wahlbeteiligung und vielen Nein Stimmen kann ein Planungsstopp für das neue Krankenhaus verhindert werden. "Wir müssen die Menschen wachrütteln", begründen Block und Mussmann ihr Engagement. Banner und Flyer wurden aus privaten Spenden beschafft, in allen Orten gibt es Aktive. Landwirte haben ihre Trecker bereit gestellt, damit der Transport klappt. Am Samstag sind wieder Infostände vor Edeka und Rewe geplant. Am Sonntag geht es vor der Bäckerei weiter.
Warum dieser große Aufwand? „Diese Entscheidung bestimmt unsere Gesundheitsversorgung auf Jahrzehnte. Wir haben nur jetzt die einmalige Chance auf ein neues zukunftsfähiges Krankenhaus und die müssen wir auch nutzen“, ist Björn Gehrs überzeugt. Er hat die Bürgeraktion mit ins Leben gerufen. Nur wenn jetzt Sonntag ganz viele Menschen zur Wahl gehen und mit "Nein" abstimmen, werden die Planungen für ein neues Krankenhaus nicht gestoppt. Nur dann ist es möglich, jetzt Fördermittel im Dreistelligen Millionenbereich beim Land für den Neubau zu beantragen. Nur dann ist gewährleistet, dass wir weiter ein kommunales Krankenhaus haben. Sorge bereitet die verquere Fragestellung. Es ist sehr ungewöhnlich, dass man mit Nein stimmen muss, um etwas zu bekommen. Dies liegt an der Fragestellung des Bürgerentscheids (der von Bürgern aus dem Soltauer Bereich kommt). Dort wird nach einem Krankenhaus bei Dorfmark gefragt. Diesen Standort gibt es so planerisch nicht. Mögliche Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe für den Krankenhausneubau könnte der Heidekreis dann nicht bekommen. Alle bisherigen Planungen würden gestoppt. Ein neues Krankenhaus rückt in weite Ferne. Nur ein Kreuz beim "Nein" beim Bürgerentscheid sorgt dafür, dass die bisherigen Planungen weiter fortgesetzt werden können. Zwei Standorte kosten dem Steuerzahler im Heidekreis viel Geld. Jährlich bis zehn Millionen Euro müssen vom Steuerzahler im Heidekreis und damit von uns hierfür aufgebracht werden. Ein neues Klinikum sorgt dafür das alle Kompetenzen unter einem Dach vorhanden sind. Ein neues Klinikum ist nötig, damit es eine zentrale Notaufnahme gibt, in der alle Notfälle behandelt werden können. Eine neue Klinik bedeutet, das medizinische Leistungen und Angebote stärker ausgebaut werden können und die Rettungsdienste bleiben bei einem neuen Klinikum vor Ort.Auch die Nachnutzung der alten Standorte ist geregelt. Diese können gut als Pflegestandorte genutzt werden.
Die Teilnahme an der Wahl ist ganz einfach. Einfach zum Wahllokal gehen, Ausweis und Mundschutz (wie beim Einkaufen) mitnehmen. Die Wahlbenachrichtigungskarte muss nicht vorgelegt werden. Auch wer diese verlegt hat, kann wählen gehen. Weitere Informationen und einen Link zu den Abstimmungsergebnissen findet sich auf der Homepage www.BI-Krankenhaus-Schwarmstedt.de.