Wohnungseinbruch - Appell der Polizei: Rufen Sie bei verdächtigen Beobachtungen einfach an!

Heidekreis. Die Polizei hatte kürzlich zu einer öffentlichen Vortrags-Veranstaltung in Bad Fallingbostel in das Sportheim des SVE Bad Fallingbostel eingeladen. Mit dem Thema des Abends „Wohnungseinbruch – wie schütze ich mein Eigentum“ hatten die Organisatoren offensichtlich ins Schwarze getroffen. Die Resonanz auf
das polizeiliche Angebot mit fast 40 Teilnehmern zeigte, dass diverse Wohnungseinbrüche in den vergangenen Wochen und Monaten insbesondere in Bad Fallingbostel und Umgebung eine teilweise nicht unerhebliche
Verunsicherung der Bürgerinnen und Bürger verursacht hat. In seinem einstündigen Vortrag führte der Kriminalpolizeiliche Berater der Polizeiinspektion Heidekreis, Kriminaloberkommissar Thorsten Möhlmann, in das Thema „Wohnungseinbrüche“ ein. Er räumte mit verschiedenen Vorurteilen auf und skizzierte anhand von konkreten Beispielen die Denke und Vorgehensweise von Wohnungseinbrechern. Nach dem Vortrag standen die Dienststellenleiter Fritz Gauger aus Bad Fallingbostel und Wolfgang Börner aus Walsrode für Fragen zur
Verfügung. Börner stellte bereits in seiner Begrüßung fest, dass es oftmals nicht der materielle Schaden wie Bargeld oder Schmuck ist, der nachhaltig die Einbruchsopfer beschäftigt, sondern das Gefühl „jemand Fremdes war in meiner Wohnung, in meinem Schlafzimmer und hat alles durchwühlt“. Das können traumatische Erfahrungen sein, die ein Leben lang bleiben. „Diese Besonderheit beim Wohnungseinbruch ist der Polizei bekannt. In diesem Bewusstsein gehen wir sehr sensibel damit um und setzen hier Schwerpunkte“, so Börner. KOK Möhlmann führte den Besuchern anschließend eindrucksvoll vor Augen, wie Wohnungseinbrecher vorgehen, sich ihre Tatobjekte aussuchen und ausbaldowern. So führen sie größtenteils ihre Einbrüche tagsüber beziehungsweise in den frühen Abendstunden aus, wenn sie erkennen, dass niemand zu Hause ist. Nachts, wenn die Leute zu Hause normalerweise schlafen, erfolgen Einbrüche eher selten, deshalb werden Wohnungseinbrecher als „scheuer“ Tätertyp beschrieben, die den Kontakt mit Menschen gezielt vermeiden wollen und im Falle des Überraschtwerdens flüchten.
Möhlmann zeigte unter anderem auf, wie einfach und wie schnell es geht, ein
normales Fenster oder die Terrassentür an der Rückseite eines Hauses aufzubrechen. Gleichzeitig stellte er Möglichkeiten vor, wie Fenster und Türen mit Zusatzbeschlägen nachgerüstet und gesichert werden können. Der Beratungsexperte hatte entsprechendes Anschauungsmaterial mitgebracht und den Besuchern praktisch vorgeführt. Daneben ging Möhlmann auf ausreichende Beleuchtung, Bewegungsmelder, Alarmanlagen und die Wichtigkeit einer gut funktionierenden Nachbarschaft ein. Besonderes Augenmerk legte Fritz Gauger, Leiter der Polizeistation Bad Fallingbostel, auf das Thema „Anrufen bei der Polizei“. Er appellierte an die Zuhörer, bei Verdachtslagen und auffälligen Vorkommnissen sofort die Polizei anzurufen und verdächtige Personen oder Fahrzeuge zu melden. „Nur so haben wir die Chance, die Leute zu überprüfen, so lange sie noch in der Gegend sind“, so Gauger und „Rufen Sie lieber einmal mehr als zu wenig an! Niemand wird belangt, wenn er die Polizei mal irrtümlich geholt hat – das gilt auch für 110!“. Abschließend bot Möhlmann noch die Möglichkeit an, individuell zu beraten und kostenlose polizeiliche Beratungen auch vor Ort durchzuführen. Seine Erreichbarkeit: Polizeiinspektion Heidekreis, Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle, Telefon (0 51 91) 9 38 01 08.