4:3 – Scorpions kämpfen sich zurück und besiegen den ERC Ingolstadt

Hannover, den 28.10.12. Das Team von Trainer Igor Pavlov empfing am heutigen Nachmittag den ERC Ingolstadt. Nach der Niederlage vom Freitag in Iserlohn, wollten die Hannover Scorpions heute wieder das Gesicht zeigen, mit dem sie das letzte Heimspiel am vergangenen Dienstag gegen den EHC Red Bull München mit 6:2 für sich entscheiden konnten. Die 4.311 Fans in der TUI Arena sollten nicht enttäuscht werden. Lagen die Scorpions nach dem zweiten Drittel schon mit 1:3 in Rückstand, kämpften sie sich zurück und behielten schließlich noch mit 4:3 die Oberhand.



Der erste Spielabschnitt begann gleich mit viel Tempo und es deutete sich an, dass die Zuschauer in der TUI Arena heute ein richtig hochklassiges Eishockeyspiel zu sehen bekommen werden. In der 3. Spielminute versuchte es Scorpions-Verteidiger Andy Reiss einfach mal mit einem Handgelenkschuss von der blauen Linie, Morten Green positionierte sich vor dem Tor und fälschte gefährlich ab, doch der Puck flog knapp neben das Tor. In der Folge waren die Scorpions zu oft auf der Strafbank, mal waren die Gastgeber einfach zu ungeduldig und konnten sich nur mit einem Foul behelfen, mal war die Linie der Schiedsrichter etwas zu kleinlich. Doch die Scorpions spielten starkes Penaltykilling und hatten durch Eric Regan bei 4 gegen 4 sogar eine große Chance, doch ERC-Goalie Ian Gordon konnte seinen Handgelenkschuss gerade noch mit der Stockhand parieren. In der 10. Spielminute hatten dann die Scorpions ads Glück des Tüchtigen als Ingolstadts Patrick Hager nur den Pfosten traf. Ansonsten war Scorpions-Torhüter Dimitri Pätzold stets auf seinem Posten und reagierte hellwach. Wie beim Alleingang von Ingolstadts Top-Scorer Thomas Greilinger, den er weltklasse entschärfte! In der 19. Spielminute dann die dickste Chance des bisherigen Spiels. Stephan Daschner feurte erst einen gefährlichen Schlagschuss ab, Gordon hielt, doch der Scorpions-Verteidiger kam erneut an den Puck, umspielte Gordon doch konnte sich leider nicht auf Beinen halten und traf nur das äußere Gestänge. Auch Chris Herperger konnte den Nachschuss nicht im Tor unterbringen, drei Ingolstädter waren zurückgeeilt und hinderten ihn entscheiden am Schuss. So ging es torlos in die erste Pause.

Im zweiten Drittel die Scorpions von Anfang an das besser Team und klar spielbestimmend. Nach einer Chance geht das Schiedsrichter-Duo sogar einmal zum Videobeweis, entscheidet aber auf kein Tor. Die Scorpions erspielten sich viele Chance und wenn doch mal ein Angriff aufs Tor der Scorpions kam, war Pätzold stets Endstation. In der 34. Spielminute belohnten sich die Scorpions dann endlich, Ingolstadts Sean O’Connor saß auf der Strafbank. Verteidiger Maris Jass probierte es nach Zuspiel von Scott King einfach mal mit einem Schuss von der blauen Linie, der noch abgefälscht wurde und hinter Ian Gordon ins Tor einschlug. Die TUI Arena jubelte ads erste an diesem Nachmittag und man hoffte, dass nun der Bann gebrochen sei. Aber dann kamen die zweieinhalb Minuten des Grauens für die Scorpions. Bei 36:25 kam der Puck scharf von rechts vor das Scorpions-Tor, wurde unkoordiniert abgefälscht und trudelte neben Pätzold ins Tor. Die Schiedsrichter bemühten zwar den Videobeweis, entschieden dann aber auf Tor. Bei 38:39 kam dann der sehr unglückliche Auftritt von Dimitri Pätzold. Anstatt den Puck unter seinem Fanghandschuh zu begraben, wollte er das Spiel schnell machen, aber sein Puck landetet direkt bei Ingolstadts Greilinger, dieser bedient Derek Hahn, der keine Probleme mehr hatte ins verwaiste kurze Eck zu treffen. Nur 13 Sekunden später schlug es zum dritten Mal hinter Dimitri Pätzold im Scorpions-Tor ein. NHL-Export Alexander Sulzer spielte den Puck von rechts scharf vors Tor, Sean O’Connor hielt den Schläger in den Pass und ließ Pätzold aus kurzer Distanz keine Chance. So wurde innerhalb von 147 Sekunden aus einer 1:0-Führung ein 1:3-Rückstand. Kurz danach war auch der zweite Spielabschnitt beendet.

Im Schlussabschnitt merkte man der Partie deutlich an, dass sie so gut wie entschieden war. München versuchte nochmal das Ergebnis für sie einigermaßen erträglich zu gestalte und Ergebniskosmetik zu betreiben. Dies gelang mit dem 2:5 durch Martin Hinterstocker zwar, aber mehr ließen die Scorpions, die heute sehr konzentriert und zweikampfstark agierten nicht mehr zu. Torjäger Ivan Ciernik entschied sich dann in der 54. Spielminute dazu den Torreigen auch abzuschließen, welchen er begonnen hatte. Nach der Partie wurden die Spieler von den Fans für ihre tolle Leistung lautstark gefeiert.

Viele hätten im Schlussabschnitt nicht mehr viel auf die Scorpions gegeben, aber die Hausherren kämpften für die über 4.000-Scorpionsfans und fighteten bis ans Limit. Man merkte schon zu Beginn des Schlussabschnitts, dass sich die Scorpions keinesfalls aufgegeben hatten. Und so brachte Eric Regan die Scorpions nicht mal drei Minuten nach Drittelbeginn mit einem platzierten Schlagschuss zurück ins Spiel. Knapp drei Minuten begann das Spiel dann von Neuem, denn Gerrit Fauser sorgte Im Nachschuss für den Ausgleich und dafür, dass die TUI Arena jetzt so richtig Kopf stand. Nicht umsonst sagt man: „Scorpions geben niemals auf!“ Knapp fünfeinhalb Minuten vor der Schlusssirene wurde dann der große Kampf der Scorpions vollends belohnt. Kapitän Sascha Goc feuerte einen seiner berüchtigten Schlagschüsse ab, Morten Green hielt seinen Schläger rein und erzielte damit den nicht mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer.

Hannover Scorpions – ERC Ingolstadt 4:3 (0:0, 1:3, 3:0)

Tore: 1:0 Maris Jass (King; 33:15 Min.), 1:1 Alexander Sulzer (Joe Motzko; 36:25 Min.), 1:2 Derek Hahn (Thomas Greilinger; 38:39 Min.), 1:3 Sean O‘Connor (Alexander Sulzer; 38:52 Min.), 2:3 Eric Regan (Gerrit Fauser, Marvin Krüger; 42:59 Min.), 3:3 Gerrit Fauser (Sascha Goc, Tim Richter; 46:03 Min.), 4:3 Morten Green (Sascha Goc, Stephan Wilhelm,54:21 Min.)

Strafen: Hannover 0 , Ingolstadt 0

Schiedsrichter: Klau, Schütz, (Brodnicki, Iwert)

Zuschauer: 4.311