An der Seite der jüdischen Gemeinden

Mit Kippa und Menorah auf dem Altar zeigt die Kirchengemeinde St. Georg Mellendorf ihre Solidarität mit den jüdischen Gemeinden. Foto: Johannes Keymling

Sprengel und Kirchenkreise unterstützen bei Sicherheitsmaßnahmen

Region. Der Sprengel Hannover und seine Kirchenkreise unterstützen die fünf jüdischen Gemeinden, die im Gebiet des hannoverschen Kirchenbezirks liegen, bei deren Kosten für Sicherheitsmaßnahmen jeweils mit einem Betrag in Höhe von 3.500 Euro. „Es ist mir sehr wichtig, dass wir als Kirchenkreis noch etwas mehr tun als Kerzen anzuzünden“, sagt Superintendent Holger Grünjes. „Aus unserer christlichen Haltung heraus wollen und müssen wir in einer Zeit wachsender Bedrohung an der Seite der jüdischen Gemeinden stehen.“
„Zum Gottesdienst durch eine Sicherheitsschleuse? Konfirmandenunterricht unter Polizeischutz? Drohungen, die zur täglichen Post gehören? In der Kirche können wir uns das hierzulande nicht vorstellen. Für die jüdischen Gemeinden ist das Alltag. Mit einer kleinen Geste wollen wir zumindest etwas Erleichterung schaffen und uns selbst zur praktischen Solidarität verpflichten“, sagt Regionalbischöfin Petra Bahr. „Darauf kommt es an. Als Christinnen und Christen liegt uns der Schutz jüdischer Gottesdienste am Herzen.“
„Wir freuen uns sehr über das Mitgefühl und die daraus resultierende Gabe. Die Maßnahmen zur Sicherung unseres Gebäudes sind eine fortwährende Aufgabe, die mit hohen Kosten verbunden ist“, erklärt Rabbiner Benjamin Wolff vom jüdischen Zentrum Chabad Lubawitsch in Hannover. Ingrid Wettberg, 1. Vorsitzende der Liberalen jüdischen Gemeinde Hannover, setzt den Betrag ins Verhältnis: „Die finanzielle Unterstützung entspricht in etwa den Kosten des Wachdienstes, der die Veranstaltungen in unserer Synagoge sichert, für einen Monat.“
Gemeinsam mit den Superintendentinnen und Superintendenten der neun Kirchenkreise im Sprengel Hannover brachte Regionalbischöfin Petra Bahr die finanzielle Unterstützung auf den Weg. „Es ging uns um konkrete Hilfe bei einem aktuellen Problem, das uns alle angehen sollte“, so Bahr. Unterstützt werden die Jüdische Gemeinde Hannover, die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover, das Jüdische Zentrum Chabad Lubawitsch, das Jüdisch-Bucharisch-Sefardische Zentrum Hannover sowie die Jüdische Kultusgemeinde im Landkreis Schaumburg in Bad Nenndorf.