Ausbau der Kindertagesbetreuung der unter Dreijährigen Region Hannover erhöht für alle regionsangehörigen Kommunen ihren Investitionszuschuss

Region. Kitaoffensive: Die Region Hannover stockt ihre Förderung zum Ausbau der Kindertageseinrichtungen um mehrere Millionen Euro auf. Dadurch soll allen 21 regionsangehörigen Städten und Gemeinden ein bedarfsgerechter Ausbau der Kitaplätze ermöglicht werden – auch über die bundesweit ausgegebene Zielmarke von 35 Prozent Versorgungsquote hinaus. Die Region Hannover reagiert damit auf die bisher unzureichende Investitionsförderung des Landes Niedersachsen.

„Der gesetzlich geforderte Ausbau der Kindertagesbetreuung stellt für die Kommunen eine enorme finanzielle Herausforderung dar“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau am Donnerstag (22.3.) im Haus der Region. „Wir sehen uns in der Verantwortung, die regionsangehörigen Städte und Gemeinden bei diesem Kraftakt zu unterstützen, zumal die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel bei weitem nicht ausreichen.“

Ab August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch, ihre Kinder unter drei Jahren (U3) in einer Einrichtung oder in Kindertagespflege betreuen zu lassen. Bis dahin fördern der Bund und das Land Niedersachsen auf Grundlage der so genannten „Richtlinien Investitionen Kinderbetreuung“ – kurz: RIK – den Ausbau von Krippen. Für jeden neu geschaffenen Platz erhalten die Kommunen 13.000 Euro, bei Erweiterungen bestehender Kitas gibt es 5.000 Euro pro Platz. Zusätzlich zahlt die Region Hannover auf Antrag rund 2.500 Euro pro neuen Platz dazu. Insgesamt stehen den 15 Kommunen im Zuständigkeitsbereich der Jugendhilfe der Region Hannover knapp 11,3 Millionen Euro aus dem RIK-Programm zur Verfügung.

Doch das ist zu wenig, um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen. Von den 15 Kommunen haben einige ihr Kontingent aus dem Programm bereits verbaut oder verplant, andere haben ihren Anteil noch nicht verbraucht, aber Investitionsbedarfe bis 2013 angemeldet. Insgesamt ist das Volumen schon jetzt ausgeschöpft: Gemessen an der 35-Prozent-Quote fehlen bis zum 1. August 2013 noch 1.016 U3-Betreuungsplätze, davon können lediglich 427 Plätze aus RIK-Mitteln finanziert werden. Durch Umverteilung der einzelnen Kontingente ermöglicht die Region Hannover nun, dass für die restlichen 589 Plätze und darüber hinaus Zuschüsse aus dem in diesem Jahr aufgelegten „Neuplatzprogramm“ des Landes beantragt werden können.

Das für ganz Niedersachen auf 40 Millionen Euro gedeckelte Neuplatzprogramm sieht aber im Jahr 2013 eine Pro-Platz-Förderung von nur noch 5.250 Euro statt bisher 13.000 Euro vor – die Differenz von 7.750 Euro übernimmt deshalb künftig die Region Hannover. Damit investiert die Region mindestens zusätzliche 4,5 Millionen Euro, um die 35-Prozent-Quote in den 15 Städten und Gemeinden im Jugendhilfe-Zuständigkeitsbereich zu erfüllen. Darüber hinaus können aber auch die sechs Kommunen mit eigenem Jugendamt – inklusive der Landeshauptstadt Hannover – die zusätzliche Förderung der Region Hannover beantragen.

„Ausreichend Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren anbieten zu können, ist elementar für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit ein zentraler Faktor für die Lebensqualität in den Kommunen“, so Sozialdezernent Erwin Jordan von der Region Hannover. „Qualifizierte Betreuung ist Voraussetzung für die Entwicklung und Förderung von Kindern und ihren Lebenschancen. Deshalb wollen wir alle regionsangehörigen Kommunen fördern, die bereit sind, weiter in den Ausbau von Kitaplätzen zu investieren – auch über das Mindestmaß hinaus.“

Die Region Hannover ist Jugendhilfeträgerin für 15 von 21 regionsangehörigen Städten und Gemeinden. Dazu gehören: Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Neustadt am Rübenberge, Pattensen, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Uetze, Wedemark, Wennigsen und Wunstorf.