Die Fahrschulwagen rollen wieder

Letzte Prüfungsvorbereitung: Fahrlehrer Andreas Grünke und seine Schülerin Semra Akinci.Foto: O. Krebs
 
Melanie Thomalla-Leutz im nur noch mit acht Stühlen bestückten Unterrichtsraum mit einer Desinfektionskiste mit Desinfektionsmittel und Tüchern, wie sie jetzt in allen Fahrschulwagen vorhanden ist. Foto: A. Wiese

Doch die Schüler sollten etwas mehr Zeit für ihren Führerschein einplanen

Langenhagen/Wedemark (ok/awi). Sie hatte ihre letzte Fahrstunde am 17. März, einen Tag später, am 18. März, sollte die praktische Führerscheinprüfung über die Bühne gehen. Aber dann kam Corona, und Semra Akinci musste ihre Pläne erst einmal auf Eis legen. Doch jetzt ist es bei der Wedemärkerin in der Fahrschule Grünke wieder weitergegangen, wenn auch unter ganz anderen Rahmenbedingungen. Denn: Die Fahrschulen durften jetzt sowohl in Sachen Theorie-unterricht als auch bei den Fahrstunden wieder loslegen, aber mit Maskenpflicht.
„Alle müssen im Unterricht Masken tragen, sowohl der Fahrlehrer als auch die Schüler. Im Unterrichtsraum sitzen nur noch halb so viele wie vor der Corona-Pandemie“, erzählt Fahrlehrer Andreas Grünke. Er bietet jetzt mehr Termine, auch am Sonnabend, an. Im Fahrschulauto trägt er genauso wie der Fahrschüler einen Mund-Nase-Schutz, bei Prüfungsfahrten ist auch der Fahrprüfer auf der Hinterbank dazu verpflichtet. Fahrschüler von zu Hause abzuholen oder dort wieder abzuliefern, sei in der aktuellen Situation nicht möglich. Für genügend Desinfektionsmittel hat Grünke sowohl in der Fahrschulräumen als auch in der Fahrzeugen gesorgt.
Wenig geändert habe sich bei der Motorradausbildung. Während der Fahrt, bei der er per Funk mit dem vorausfahrenden Motorradfahrer verbunden ist, muss der Fahrlehrer keine Maske tragen, darf es sogar gar nicht. Grünke. „Das ist sonst nur Taxifahrern mit Fahrgästen erlaubt.“ Der Motorradunterricht hätte seiner Ansicht nach schon eher starten können, der April sei perfekt gewesen. Dankbar ist er, dass die Versicherungsprämie während der Zeit der Corona-Einschränkungen von der Fahrlehrerversicherung ausgesetzt worden sei. Was die Prüfungen angeht, so gehe es jetzt nicht wie sonst zentral am „Alten Flughafen“ in Hannover los. Grünke: „Dort wären dann zu viele Fahrlehrer und Prüflinge auf einem Haufen.“ Stattdessen würde an der Fahrschule an der Kastanienallee gestartet; die technische Überprüfung am Fahrzeug gehe oft draußen über die Bühne. „Dann kann es schon sein, dass der Prüfer etwas über den Motor und nicht über die Funktionen auf dem Armaturenbrett wissen möchte“, sagt Andreas Grünke.
Darauf wird auch Fabrice Conrad vorbereitet. Der 17-Jährige – er wird im nächsten Januar 18 – strebt den „Führerschein mit 17“ an, will in diesem Jahr noch begleitet fahren. Normalerweise hätte er die Prüfbescheinigung schon in der Tasche, aber Corona hat ihm wie so vielen anderen Fahrschülern erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei der Fahrschule Kehlert-Buckel in Mellendorf kam der Lockdown sogar noch eher. „Am 11. März hatten wir die letzte Fahrstunde, am 11. Mai ging es jetzt wieder los“, berichtet Melanie Thomalla-Leutz. Lediglich die Motoradfahrstunden konnten schon am 7. Mai wieder starten. Im Unterrichtsraum stehen acht Stühle mit dem gebotenen Abstand. Acht Schüler können jetzt hier den Theorieunterricht verfolgen, wo es vorher 25 waren. Da die Fahrschule Kehlert-Buckel durch die Verschiebung einer Routineoperation wegen der Corona-Pandemie auch Personalausfall hat und nicht mehr als vier Unterrichttage die Woche anbieten kann, bittet Melanie Thomalla-Leutz ihre Fahrschüler zwangsläufig etwas mehr Zeit als üblich für den Führerschein einzuplanen. Auch wer noch nicht begonnen hat, dies aber plant, sollte sich per Whattsapp schon mal anmelden, rät sie daher. Um die Hygienevorschriften gewährleisten zu können, müssen Schüler und Fahrlehrer sowie Prüfer Mundschutz tragen, in jedem Fahrzeug steht eine Kiste mit Tüchern und Flüssigkeiten für die Desinfektion. Auch weitere Änderungen gibt es. „So sitzt auch bei der Motorradprüfung der Prüfer nichtmehr vorne im Fahrzeug, sondern hinten“, erklärt Melanie Thomalla-Leutz. Für ihre Motorradschüler darf sie keine Leihsachen mehr ausgeben, weder Motorradkombi noch Helm. Die Fahrschüler müssen ihre eigenen Klamotten mitbringen.
Für den Theorieunterricht müssen sich die Schüler auf Grund der beschränkten Platzzahl für jeden Unterrichtsabend anmelden. Bevorzugt werden die Schüler, die in Kürze Prüfung haben. „Für die nächste Woche habe ich zum Beispiel schon keine freien Termine mehr. Vier Wochen mehr als geplant sollte man für seinen Führerschein mit Sicherheit rechnen“, schätzt Melanie Thomalla-Leutz von der Fahrschule Kehlert-Buckel. Sie bittet alle, die sich neu anmelden wollen, ihr so schnell wie möglich schon mal alle notwendigen Daten per E-Mail oder Whattsapp zu schicken, damit die Verweildauer im Büro der Fahrschule in der Berliner Straße so kurz wie möglich ist.